New York Schluss: Vage Zinsperspektiven verunsichern Anleger
17.01.2024 - 22:39:57 | dpa.deDer Dow Jones Industrial US2605661048 schloss mit einem Minus von 0,25 Prozent bei 37 266,67 Punkten. FĂŒr den marktbreiten S&P 500 ging es zuletzt um 0,56 Prozent auf 4739,21 ZĂ€hler abwĂ€rts. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 fiel um 0,56 Prozent auf 16 736,28 Punkte.
Nachdem tags zuvor zunĂ€chst US-Notenbank-Direktor Christopher Waller die Erwartungen an rasch sinkende Zinsen 2024 gedĂ€mpft hatte, folgte am Mittwoch Christine Lagarde, die PrĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Zentralbank. Sie verwies fĂŒr die Eurozone auf ein gewisses MaĂ an Unsicherheit und einige FrĂŒhindikatoren, die noch nicht das gewĂŒnschte Niveau erreicht hĂ€tten.
In den Vereinigten Staaten wurden vor allem die viel beachteten Einzelhandelsdaten fĂŒr Dezember bekannt gegeben, die besser als erwartet ausfielen. Die Preise von in die USA importierten GĂŒtern stagnierten im Dezember, wĂ€hrend Volkswirte ein Minus von 0,5 Prozent erwartet hatten. Die Industrieproduktion stieg Ende des vergangenen Jahres ĂŒberraschend. Die Stimmung auf dem US-HĂ€usermarkt - gemessen am NAHB-Hausmarktindex - hellte sich im Januar weiter auf.
Die ökonomische Lage in den Vereinigten Staaten hat sich nach EinschĂ€tzung der US-Notenbank Fed zuletzt stabil gezeigt. Die wirtschaftliche AktivitĂ€t habe sich insgesamt wenig verĂ€ndert, hieĂ es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht (Beige Book). Die privaten Verbraucher hĂ€tten angesichts der Feiertage die Wirtschaft gestĂŒtzt. Die wirtschaftliche AktivitĂ€t in der Industrie habe sich jedoch in allen Distrikten der Fed abgeschwĂ€cht.
Unter den Einzelwerten erholten sich die Aktien von Boeing US0970231058 an der Dow-Spitze mit plus 1,3 Prozent etwas vom massiven Kursverfall tags zuvor. Am Dienstag waren sie um fast 8 Prozent abgesackt und hatten ihre Verlustserie im neuen Jahr auf rund 23 Prozent ausgebaut. Den Luftfahrtkonzern belastet weiterhin die Beinahe-Katastrophe einer Maschine des Typs 737-9 Max. Bei dem Jet war wĂ€hrend eines Fluges am 5. Januar ein Rumpfteil herausgebrochen. Daraufhin ordnete die US-Luftfahrtbehörde an, Flugzeuge dieses Typs am Boden zu lassen. Am Mittwoch teilte die FAA mit, dass sie die ersten 40 Inspektionen der 737-9 MAX abgeschlossen habe und die Ergebnisse "grĂŒndlich ĂŒberprĂŒfen" werde.
Die Apple-Papiere US0378331005 verloren 0,5 Prozent. Der iPhone-Hersteller ist mit dem Versuch gescheitert, ein Verkaufsverbot fĂŒr seine Computer-Uhren mit Blutsauerstoff-Messung in den USA noch weiter hinauszuzögern. Ein Berufungsgericht lehnte am Mittwoch den Apple-Antrag ab, den Stopp fĂŒr die Dauer des Verfahrens auszusetzen. Apple dĂŒrfte nun darauf zurĂŒckgreifen, die Uhren im Heimatmarkt mit abgeschalteter Messfunktion zu verkaufen. Aus Gerichtsunterlagen war bereits bekanntgeworden, dass der Konzern das vorbereitet. Apples Probleme sind die Folge eines verlorenen Patentverfahrens gegen die US-Medizintechnik-Firma Masimo US5747951003. Deren Papiere stiegen um 2,1 Prozent.
Mit US Bancorp US9029733048 legte ein weiteres Finanzinstitut Quartalszahlen vor. Zwar sank im vierten Jahresviertel der Gewinn, dennoch ĂŒbertraf das Finanzinstitut die Erwartungen des Marktes. FĂŒr die Anteilscheine ging es dennoch um 1,4 Prozent abwĂ€rts.
Bei Verizon US92343V1044 drĂŒckten Milliarden-Abschreibungen, die mit einem fortgesetzt harten Wettbewerb begrĂŒndet wurden, die Papiere des Telekomkonzerns um 1,1 Prozent ins Minus.
Um weitere gut 22 Prozent brachen die Aktien von Spirit Airlines US8485771021 ein, die tags zuvor bereits um 47 Prozent abgesackt waren. Ein US-Gericht hatte am Dienstag die Ăbernahme der angeschlagenen Fluggesellschaft durch den Wettbewerber Jetblue US4771431016 blockiert. Dessen Papiere bĂŒĂten knapp 9 Prozent ein, nachdem sie am Vortag noch um knapp 5 Prozent gestiegen waren.
Der Euro EU0009652759 behauptete sich im US-Handel. Die GemeinschaftswÀhrung kostete zuletzt 1,0881 US-Dollar. Die EuropÀische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0877 (Dienstag: 1,0882) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9193 (0,9189) Euro gekostet.
Die Kurse von US-Staatsanleihen gaben nach. Der Terminkontrakt fĂŒr zehnjĂ€hrige Anleihen (T-Note-Future) notierte zuletzt 0,38 Prozent tiefer bei 111,42 Punkten. Die Rendite fĂŒr zehnjĂ€hrige Staatspapiere stieg im Gegenzug auf 4,11 Prozent.
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