Dialysepezialist FMC ĂŒberrascht zum Jahresstart
06.05.2025 - 10:55:17Konzernchefin Helen Giza sieht sich auf Kurs zu ihren Jahreszielen. "Wir erwarten auch weiterhin im Laufe des Jahres operative und finanzielle Verbesserungen in beiden Segmenten, die sich in einem deutlichen Ergebnis- und Margenwachstum niederschlagen werden", sagte die Managerin laut einer Mitteilung vom Dienstag in Bad Homburg. An der Börse legte die Aktie zuletzt auf den vorderen Dax-PlĂ€tzen um mehr als fĂŒnf Prozent zu.
Damit setzten die Papiere ihren guten Lauf fort. ZunÀchst noch verhalten in den Handel gestartet, entwickelte der Anteilsschein sich am Vormittag zum besten Dax DE0008469008-Wert. Binnen zehn Handelstagen steuern sie auf den neunten Gewinntag zu. Mit 48,80 Euro erreichten sie in der Spitze ein Hoch seit Sommer 2023. Bisher stammte dieses mit 48,31 Euro aus dem Januar.
Gegenwind bescherte dem Konzern in den ersten drei Monaten jedoch noch eine schwere Grippesaison in den USA, die zu AusfĂ€llen fĂŒhrte - die Gesamtzahl der Behandlungen stagnierte in der Folge auf Vorjahresniveau. FMC-Lenkerin Giza bekrĂ€ftigte jedoch ihre frĂŒhere EinschĂ€tzung, dass sich das organische Behandlungswachstum in den USA im Laufe des Jahres beschleunigen und auf mehr als 0,5 Prozent steigen dĂŒrfte. Der Dialyseanbieter leidet auf seinem wichtigsten Markt schon lĂ€nger unter einem mauen Behandlungswachstum, auch im vergangenen Jahr waren in den USA noch viele BlutwĂ€schepatienten an und mit Corona gestorben.
Im ersten Quartal 2025 profitierte FMC wiederum im US-GeschĂ€ft mit Gesundheitsdienstleistungen von gestiegenen ErstattungssĂ€tzen und einem gĂŒnstigen KostentrĂ€ger-Mix. Auch machte das Dialyse-Unternehmen dort mehr lukratives GeschĂ€ft mit sogenannten wertbasierten Leistungen. Dem standen im internationalen DienstleistungsgeschĂ€ft deutliche UmsatzeinbuĂen im Zuge von VerĂ€uĂerungen entgegen. Im ProduktgeschĂ€ft zogen die Erlöse volumen- und preisbedingt an. Konzernweit kletterte der Umsatz somit um drei Prozent auf knapp 4,9 Milliarden Euro, wobei sich auch Wechselkurseffekte positiv auswirkten - wĂ€hrungsbereinigt hĂ€tte das Plus bei einem Prozent gelegen. Im Gesamtjahr erwartet FMC wechselkursbereinigt weiterhin einen Umsatzzuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Das um WÀhrungs- und Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich von Januar bis MÀrz im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 457 Millionen Euro, wie die Fresenius-Beteiligung weiter mitteilte. Inklusive aller Effekte verbesserte sich der Wert sogar um gut ein Drittel. Der bestÀtigten Prognose zufolge soll dieser Wert auf Jahressicht im hohen Zehner- bis hohen Zwanziger-Prozentbereich klettern. Unter dem Strich konnte FMC im vergangenen Quartal den auf die AktionÀre entfallenden Gewinn mit 151 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Analysten hatten mit weniger gerechnet.
Neben positiven Preiseffekten wirkte sich den Angaben zufolge vor allem das Sparprogramm gĂŒnstig auf die Ergebnisse aus. Giza hatte das dreijĂ€hrige MaĂnahmenpaket 2023 eingelĂ€utet, nachdem FMC zuvor in Folge der Corona-Pandemie und durch hausgemachte Probleme in die Krise geschlittert war. FMC ordnete im Rahmen des Umbaus die Strukturen im Unternehmen neu, stellte ArbeitsablĂ€ufe, Netzwerke und Logistik effizienter auf und verkaufte unrentable Kliniken und Randbereiche. Auch Tausende Stellen fielen weg.
Erst vor wenigen Monaten hatte Giza ihr Einsparziel weiter erhöht, bis Jahresende soll das Programm nachhaltige Kostensenkungen von insgesamt 750 Millionen Euro bringen. Im vergangenen Quartal hĂ€tten sich die Einsparungen auf 68 Millionen Euro belaufen. Sein Portfolio optimiert FMC auch weiterhin: So hatte der Konzern zuletzt etwa die Trennung von Teilen des US-Labordienstleisters Spectra Laboratories und vom KlinikgeschĂ€ft in Malaysia angekĂŒndigt.
Experten wie JPMorgan-Analyst David Adlington warten nun bereits mit Spannung auf den Kapitalmarkttag im Juni. Dann werde FMC vermutlich weitere Kostensenkungen verkĂŒnden und seine mittelfristigen Margenambitionen prĂ€sentieren, schrieb er in einer ersten Reaktion auf die aktuellen Quartalszahlen, diese seien wie von ihm erwartet ausgefallen.
FMC ist seit der Entflechtung von der frĂŒheren Mutter Fresenius im November 2023 eigenstĂ€ndig und wird beim Bad Homburger Klinik- und Arzneimittelkonzern nur noch als Finanzbeteiligung gefĂŒhrt. Im MĂ€rz reduzierte Fresenius seinen Anteil von bisher 32,2 Prozent durch einen Aktienverkauf auf zunĂ€chst 28,6 Prozent. Der Anteil wird durch eine ebenfalls bei institutionellen Investoren platzierte Umtauschanleihe bei deren FĂ€lligkeit im Jahr 2028 weiter sinken. Mit mindestens 25 Prozent plus einer Aktie will Fresenius nach bisherigen Aussagen aber weiterhin gröĂter FMC-Anteilseigner bleiben.

