SEK stĂŒrmt Fahrzeug des Sabotage-VerdĂ€chtigen
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 18:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Zugriff sei in Niederzier bei DĂŒren (NRW) erfolgt, sagte der CDU-Politiker in DĂŒsseldorf. Jetzt sei der Mann vermutlich zu FuĂ unterwegs und werde nicht weit kommen. Zuvor hatte "Bild" ĂŒber den Zugriff berichtet.
Wagen im Wald gefunden
Das Fahrzeug des VerdĂ€chtigen habe im Wald gestanden, sagte der Leiter der Staatsschutz-Abteilung im nordrhein-westfĂ€lischen Innenministerium, Markus GemĂŒnd. Ein Spezialeinsatzkommando habe es gestĂŒrmt. Der Mann habe sich aber nicht in dem Wagen befunden. Jetzt werde das Fahrzeug auf Spuren durchsucht.
Bei einer Pressekonferenz hatte Reul zuvor gesagt, bei dem 48-jĂ€hrigen VerdĂ€chtigen sei Sprengstoff gefunden worden. In der Wohnung des Mannes in Gevelsberg gebe es klare Sprengstofffunde. Es habe sich um die Stoffe Kaliumnitrat und Kaliumperchlorat gehandelt, hieĂt es spĂ€ter ergĂ€nzend.
Reul: Absender muss nicht der Verantwortliche sein
Laut Reul gibt es keine weiteren Indizien, dass der Mann besonders gefÀhrlich sei. Sein Bekennerschreiben sei authentisch. Laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen EinzeltÀter und um "Klimaterrorismus".
Reul sagte: "Wir prĂŒfen, ob der Verfasser tatsĂ€chlich mit den Taten zu tun hat. Wir prĂŒfen, ob er allein gehandelt hat oder ob andere beteiligt waren." Stand jetzt bewerte man die Briefe als authentisch. Er warnte aber auch: "Wenn jemand seinen Namen druntersetzt, ist er nicht zwingend der Verantwortliche." Man prĂŒfe, ob der Mann allein gehandelt habe und ob es Verbindungen zu VorfĂ€llen in Brandenburg gebe.
Was passiert war
Es gab in dieser Woche mindestens zwei Sabotageversuche mit Bezug zur Stromversorgung. Zuletzt sorgten Vorkommnisse in Nordrhein-Westfalen fĂŒr Aufregung. So wurde an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und DĂŒsseldorf ein verdĂ€chtiger Gegenstand entdeckt, laut Polizei möglicherweise eine Abschussvorrichtung.
Am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen und einem Umspannwerk in Eschweiler durchkĂ€mmte die Polizei am Freitag mit zahlreichen KrĂ€ften die Umgebung, weil der Ort in einem Bekennerschreiben genannt worden war. Es gibt zwei Briefe, die von dem gesuchten Mann aus Gevelsberg bei Hagen stammen sollen. Darin hatte der Mann die jĂŒngsten Angriffe auf das Energienetz in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen fĂŒr sich reklamiert.
Pyrotechnik gefunden
Am Dienstagmorgen hatten Unbekannte zunÀchst in Brandenburg in der NÀhe des Umspannwerks Turnow-Preilack unweit des Kraftwerks JÀnschwalde einen Angriff auf die Stromversorgung gestartet. Abends kam es dann zu einer Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln.
In der NÀhe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden - in Brandenburg nach dpa-Informationen mehr als 20 Raketen. Ermittelt wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.
In Niedersachsen sorgte in der Nacht zu Freitag ein offenstehender Schaltschrank bei einem Umspannwerk in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg fĂŒr Aufregung. Die Polizei prĂŒft, ob es einen Zusammenhang mit einer Straftat gibt.
