ServiceNow, KI-Strategie

ServiceNow: KI-Strategie vor Bewährungsprobe

28.01.2026 - 04:30:12

ServiceNow steht vor einer wichtigen Weichenstellung. Der Software-Riese stellt heute die Zahlen für 2025 vor und gibt die Prognose für 2026 bekannt. Im Fokus steht die Frage, ob die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz den gewünschten Wachstumsschub bringen.

Die Erwartungen sind hoch. Analysten rechnen für das vierte Quartal 2025 mit einem Umsatz von rund 3,53 Milliarden Euro – ein Plus von fast 20 Prozent im Jahresvergleich. Dieser Optimismus speist sich vor allem aus der rasanten Verbreitung von ServiceNow’s KI-Lösungen. Das Unternehmen setzt auf sogenannte „agentische KI“, die komplexe Arbeitsabläufe eigenständig ausführen soll. Die Vision: KI wird vom simplen Assistenten zum aktiven Mitglied der digitalen Belegschaft.

Schlüsselpartnerschaften mit NVIDIA und OpenAI sollen diese Strategie untermauern. Die Bündnisse zielen darauf ab, modernste KI-Technologien direkt in die ServiceNow-Plattform zu integrieren. Für das laufende Jahr hatte das Unternehmen bereits ehrgeizige Ziele ausgegeben: Der Subskriptionsumsatz soll die Marke von 15 Milliarden Euro übertreffen, die KI-Produktlinie Now Assist eine Milliarde Euro einbringen.

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Analysten zwischen Zuversicht und Vorsicht

Die Finanzwelt blickt mit vorsichtigem Optimismus auf den heutigen Termin. Die Investmentbank JPMorgan bekräftigte jüngst ihre positive Einschätzung der Aktie. Man sehe ein starkes Potenzial der KI, die Monetarisierung voranzutreiben. Auch Bernstein-Analysten signalisierten, dass generative KI das Umsatzwachstum im zweiten Halbjahr 2026 deutlich beschleunigen könnte.

Doch es gibt auch Gegenwind. Mehrere Analystenhäuser haben ihre Kursziele für ServiceNow zu Jahresbeginn 2026 gesenkt. Als Gründe nennen sie einen allgemeinen Bewertungsabschlag im Software-Sektor und Bedenken hinsichtlich jüngerer Übernahmestrategien. Die meisten behalten dennoch ihre Kaufempfehlungen bei – ein Zeichen grundsätzlichen Vertrauens in den langfristigen Kurs.

Die Herausforderung: KI muss sich rechnen

Die heutige Prognose für 2026 wird zum Lackmustest. Sie muss zeigen, ob ServiceNow das enorme Interesse an generativer KI in stabile Einnahmequellen umwandeln kann. Die Kernfrage lautet: Können die Premium-KI-Produkte einen messbaren Return on Investment liefern? Nur dann werden Kunden in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld bereit sein, ihre Verträge auszuweiten.

Auf der heutigen Konferenzschaltung werden Investoren daher genau hinhören. Kommentare zur Pipeline großer Deals, zur Verlängerungsrate wichtiger Verträge und zum konkreten Beitrag der KI zum Vertragswert stehen im Fokus. Die Glaubwürdigkeit der Führung, die ehrgeizigen Ziele für 2026 zu erreichen oder zu übertreffen, wird die Stimmung an der Börse maßgeblich prägen.

@ boerse-global.de