ServiceNow, Singapur

ServiceNow und Singapur prägen die neue KI-Compliance-Ära

01.02.2026 - 13:04:12

Autonome KI-Agenten beschleunigen Geschäftsprozesse, während Singapur ein wegweisendes Rahmenwerk vorlegt und Sicherheitsrisiken zunehmen. Die Ära der regulierten KI-Verantwortung beginnt.

Agentic KI beschleunigt Geschäftsprozesse, doch Regulierer ziehen die Notbremse. Seit dem 1. Februar 2026 ist klar: Autonome KI-Systeme, die eigenständig planen und handeln, sind in der Unternehmensrealität angekommen. Diese „Agentic AI“ verspricht einen Turbo für Compliance-Abläufe, doch gleichzeitig ziehen globale Regulierer die Zügel straffer an. Eine neue Ära der Unternehmensführung beginnt.

ServiceNow-Ergebnisse belegen: KI-Agenten sind Mainstream

Die jüngsten Quartalszahlen von ServiceNow liefern den handfesten Beweis. Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal 2025 einen Anstieg der Abonnement-Umsätze um 21 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Treiber dieses Wachstums sind vor allem die KI-Lösungen „Now Assist“ und „AI Control Tower“.

Analysten sehen darin einen fundamentalen Wandel. Unternehmen steigen von einfachen KI-Testläufen auf die Integration autonomer Agenten in kritische Workflows um. Der „AI Control Tower“, eine Aufsichtsplattform für diese Agenten, verzeichnete im dritten Quartal 2025 bereits eine Vervierfachung der Abschlüsse. Diese autonomen Helfer managen nun IT-Tickets, überwachen Sicherheitsprotokolle und stellen regulatorische Compliance sicher – und katapultieren Prozesse so in den „Fast Lane“.

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Singapur setzt mit erstem Rahmenwerk den globalen Standard

Während die Wirtschaft auf Effizienz setzt, schafft die Politik die Spielregeln. Singapur hat mit seinem „Model AI Governance Framework for Agentic AI“ weltweit Maßstäbe gesetzt. Das am 22. Januar 2026 veröffentlichte Rahmenwerk gilt bereits als nicht-bindender, aber einflussreicher „Nordstern“ für künftige Regulierung – auch in der EU und den USA.

Es adressiert die einzigartigen Risiken von Systemen, die eigenständig handeln können. Vier Säulen sind zentral:
1. Risikobegrenzung: Klare Definition der Handlungsspielräume eines Agenten.
2. Menschliche Verantwortung: Eine konkrete Person muss für die Aktionen des Agenten haften.
3. Technische Kontrollen: Implementierung von „Not-Aus“-Schaltern und lückenlosen Protokollen.
4. Nutzerverantwortung: Die Rolle des menschlichen Aufsichtsführenden wird klar geregelt.

Multinationale Konzerne passen ihre internen Richtlinien bereits an diese Vorgaben an, um für härtere künftige Gesetze gewappnet zu sein.

Schatten-KI und US-Regulierung: Die Risiken des Turbo-Tempos

Doch der Geschwindigkeitsvorteil birgt Gefahren. Eine aktuelle Umfrage unter Cybersicherheitsexperten ergab, dass 48 Prozent Agentic AI bis Ende 2026 als größtes Einfallstor für Cyberkriminelle sehen. Die größte Bedrohung geht von „Schatten-KI“ aus – also von Mitarbeitern ohne IT-Freigabe eingesetzten autonomen Tools. Diese können Sicherheitsvorkehrungen umgehen und sensible Compliance-Daten preisgeben.

Parallel verschärft sich die regulatorische Lage in den USA. Das Justizministerium hat eine KI-Taskforce für Rechtsstreitigkeiten gebildet, und in Kalifornien zwingt ein neues Transparenzgesetz Entwickler großer KI-Modelle zur Veröffentlichung detaillierter Risikoberichte. Compliance-Verantwortliche navigieren derzeit durch einen Flickenteppich aus Bundesstaaten-Regelungen.

Ausblick: Die „Sorgfaltspflicht“ wird entscheidend

Was bedeutet das für Unternehmen? Die Technologie für den KI-Turbo ist da und profitabel, wie ServiceNow zeigt. Die Erlaubnis, ihn zu nutzen, ist jedoch an strikte Auflagen geknüpft. Künftig wird die Frage der „Sorgfaltspflicht“ im Mittelpunkt stehen. Regulierer werden weniger auf die Absicht hinter einem KI-Versagen schauen, sondern darauf, ob ein Unternehmen alle vernünftigen Vorkehrungen beim Einsatz getroffen hat.

Der „KI-Fast Lane“ ist eröffnet. Er wird jedoch scharf überwacht. Wer ihn nutzen will, muss Singapurs Rahmenwerk beachten und die Sicherheitsrisiken im Griff haben. Die Ära der autonomen KI-Agenten hat begonnen – und mit ihr eine neue, komplexe Verantwortung für die Unternehmensführung.

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