Shell, Milieudefensie

Shell: Milieudefensie fordert Stopp neuer Felder

21.04.2026 - 23:44:20 | boerse-global.de

Eine Umweltorganisation verklagt Shell, um neue Öl- und Gasprojekte zu stoppen. Gleichzeitig belasten ProduktionsausfĂ€lle in Katar die Quartalszahlen des Energiekonzerns.

Shell: Milieudefensie fordert Stopp neuer Felder - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Shell: Milieudefensie fordert Stopp neuer Felder - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Shell will seine Gasproduktion ausbauen und die Ölförderung stabil halten. Die niederlĂ€ndische Umweltorganisation Milieudefensie zieht nun genau gegen diese Strategie vor Gericht. Eine neue Klage soll den britischen Energiekonzern zwingen, die Erschließung sĂ€mtlicher neuer Öl- und Gasfelder zu stoppen.

Die Aktivisten fordern ein klares Ende fĂŒr neue fossile Projekte. Milieudefensie verweist auf hunderte unerschlossene Felder, an denen Shell beteiligt ist. Deren Entwicklung wĂŒrde zweistellige MilliardenbetrĂ€ge verschlingen. Das Unternehmen mĂŒsse stattdessen verbindliche Emissionsziele fĂŒr das Jahr 2035 und die Zeit danach festlegen.

Das juristische Tauziehen hat eine lange Vorgeschichte. Im Herbst 2024 kippte ein Berufungsgericht in Den Haag ein frĂŒheres Urteil, das Shell zu einer massiven CO2-Reduktion bis 2030 verpflichten sollte. Die Richter stellten damals zwar eine grundsĂ€tzliche Pflicht zum Klimaschutz fest, lehnten aber konkrete Vorgaben ab. Parallel dazu lĂ€uft ein Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof. Die nĂ€chste Anhörung hierzu ist fĂŒr den 22. Mai angesetzt.

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ProduktionsausfÀlle in Katar

Abseits der GerichtssĂ€le kĂ€mpft das Management mit operativen HĂŒrden. Mitte MĂ€rz beschĂ€digte ein Angriff die Pearl-GTL-Anlage im katarischen Ras Laffan. Die Produktion in dem Komplex, der normalerweise 140.000 Barrel Gas-to-Liquids pro Tag liefert, steht seitdem still.

Entsprechend dĂ€mpfte Shell Anfang April die Erwartungen fĂŒr das erste Quartal. Die Fördermenge im Segment Integrated Gas dĂŒrfte auf bis zu 880.000 Barrel ÖlĂ€quivalent pro Tag sinken. Im Vorquartal lag der Wert noch bei 948.000 Barrel. Als Lichtblick erweist sich die Raffineriemarge, die voraussichtlich auf 17 US-Dollar je Barrel steigt.

AktionÀre bleiben gelassen

An der Börse sorgt die Gemengelage aus juristischem Druck und operativen Störungen bisher kaum fĂŒr NervositĂ€t. Die Shell-Aktie notiert aktuell bei 37,62 Euro und verbucht damit seit Jahresbeginn ein Plus von knapp 17 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein Zuwachs von ĂŒber 31 Prozent auf der Anzeigetafel.

Der Mai bringt nun zwei wichtige Termine fĂŒr den Konzern. Am 7. Mai öffnet Shell die BĂŒcher fĂŒr das abgelaufene Quartal und muss zeigen, wie stark der Produktionsausfall in Katar den Cashflow belastet. Zwei Wochen spĂ€ter folgt die rechtliche Auseinandersetzung vor dem Obersten Gerichtshof in den Niederlanden.

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