Ergebnisse, Produktion/Absatz

Siemens Energy erhöht nach starkem Quartal die Prognose

08.05.2024 - 07:14:08

Siemens Energy DE000ENER6Y0 scheint zurĂŒck auf Kurs zu kommen.

Auch im zweiten Quartal seines GeschĂ€ftsjahres hat der Energietechnikkonzern schwarze Zahlen geschrieben, wie er am Mittwoch miteilte. Zudem erhöht das Unternehmen, das in seiner kurzen Geschichte bereits zahlreiche Gewinnwarnungen abgeben musste, nun seine Prognose fĂŒr das laufende Jahr und fĂŒr das Sorgenkind Gamesa steht der Sanierungsplan.

Unterm Strich machte Energy im zweiten GeschÀftsquartal von Januar bis MÀrz 108 Millionen Euro Gewinn. Vor einem Jahr hatte noch ein Verlust von 189 Millionen gestanden. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 8,3 Milliarden Euro. Die Entwicklung im zweiten Quartal zeuge "von der anhaltend starken Nachfrage nach unserer Energiewende-Technologie sowie ersten Erfolgen bei der Stabilisierung des WindgeschÀfts", sagte Konzernchef Christian Bruch. "Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklung haben wir unseren Ausblick erhöht."

Der Anstieg ist deutlich: Statt um 3 bis 7 Prozent soll der Umsatz im laufenden Jahr nun um 10 bis 12 Prozent wachsen - ein Unterschied im Milliardenbereich. Auch die Margen werden etwas gĂŒnstiger erwartet. Nur bei der Vorhersage des Jahresergebnisses Ă€ndert sich nichts: Hier steht nach wie vor die Zielmarke von einer Milliarde Euro Gewinn.

Das bedeutet allerdings, dass Energy im zweiten Halbjahr wohl auch wieder rote Zahlen schreiben wird - denn nach einem sehr rentablen Verkauf im ersten Quartal steht der Gewinn nach den ersten sechs Monaten aktuell bei zusammen fast 1,7 Milliarden - also deutlich ĂŒber dem fĂŒr das Jahresende vorausgesagten Wert.

Hintergrund sind die nach wie vor verlustreichen WindkraftgeschÀfte beim Sorgenkind Gamesa. Hier hat Energy nach wie vor alte VertrÀge abzuarbeiten, die sich nicht mehr gewinnbringend umsetzen lassen und kÀmpft mit QualitÀtsproblemen. Auch im zweiten Quartal steuerte Gamesa deutliche Verluste bei, die allerdings von soliden Zahlen in den anderen Bereichen - insbesondere Grid Technologies - ausgeglichen werden konnten.

Hier soll ein inzwischen begonnenes Sanierungsprogramm helfen, das Gamesa bis zum Jahr 2026 zurĂŒck in die schwarzen Zahlen und auf Dauer sogar auf zweistellige positive Margen bringen soll. DafĂŒr soll sich Gamesa im aktuell noch besonders problematischen GeschĂ€ft mit Windkraft an Land (Onshore) vor allem auf Europa und die USA konzentrieren, und seine FertigungskapazitĂ€ten anpassen. DarĂŒber hinaus werden dort Hierarchieebenen abgebaut und das NeugeschĂ€ft in den Bereichen Onshore und Offshore jeweils mit dem ServicegeschĂ€ft zusammengelegt.

Die Neuausrichtung wird auch ArbeitsplĂ€tze kosten. Zur Dimension Ă€ußerte sich Energy allerdings nicht nĂ€her. Angesichts des Wachstums im Offshore-Bereich werde der Personalbestand bei Gamesa insgesamt aber ĂŒber die nĂ€chsten Jahre "ungefĂ€hr konstant" bleiben.

Der Autor des Sanierungsplans wird ihn allerdings nicht mehr umsetzen: Jochen Eickholt, der von Energy vor gut zwei Jahren als neuer Chef zur spanischen Windkrafttochter geschickt worden war und seither um den Turnaround des kriselnden GeschĂ€fts kĂ€mpfte, legt sein Mandat zum 31. Juli nieder. Auf den 62-JĂ€hrigen folgt der zwölf Jahre jĂŒngere Vinod Philip. Mit der nun beschlossenen Umsetzung des mehrjĂ€hrigen Sanierungsplans sei der Zeitpunkt fĂŒr einen Generationswechsel gekommen, sagte Bruch, und dankte Eickholt "fĂŒr seinen Einsatz in stĂŒrmischen Zeiten".

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