Siemens Healthineers senkt Umsatzausblick
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 17:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Kurs aktualisiert)
ERLANGEN (dpa-AFX) - Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers DE000SHL1006 senkt wegen der anhaltend schwachen Entwicklung seiner zur Disposition stehenden Labordiagnostik-Sparte die Umsatzprognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr. Das China-GeschĂ€ft bleibt dort schwierig und das sukzessive Auslaufen Ă€lterer Analyse-Systeme belastet. Ein schwĂ€cheres Wachstum im wichtigen GeschĂ€ft mit der Bildgebung soll sich dagegen im Schlussquartal wieder ausgleichen. Die Ergebnisprognose wurde derweil wegen der RĂŒckerstattung unrechtmĂ€Ăig erhobener US-Zölle erhöht.
Anleger hatten offenbar Schwierigkeiten, sich einen Reim auf die Neuigkeiten zu machen. Unmittelbar zum Handelsstart noch deutlich unter Druck sprang der Aktienkurs daraufhin bis auf sein Tageshoch. Danach pendelte er lÀngere Zeit um seinen Vortagesschluss, bis er kurz vor Handelsende um ein Prozent sank.
In den vergangenen Tagen hatte das Papier leicht zugelegt. Im laufenden Jahr bleibt die Bilanz deutlich negativ. Bernstein-Analystin Susannah Ludwig bemĂ€ngelte den gesenkten Umsatzausblick, hob allerdings auch den "sehr starken Auftragsbestand" des Medizintechnikkonzerns hervor. Dieser dĂŒrfte fĂŒr Zuversicht ĂŒber eine neuerliche Wachstumsbeschleunigung im Bereich Bildgebung sowie ĂŒber eine breitere UmsatzunterstĂŒtzung in den kommenden Quartalen sorgen.
So sollen die Erlöse auf vergleichbarer Basis 2025/26 (per Ende September) nun noch bei 3,5 bis 4,0 Prozent liegen, wie das Unternehmen am Freitag in Erlangen mitteilte. Dabei ausgeklammert sind WÀhrungs- und Portfolioeffekte. Zuvor hatte Healthineers jeweils einen Prozentpunkt mehr erwartet. Analysten haben hier derzeit ein Plus von 4,5 Prozent auf dem Zettel. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sieht das Management um Konzernchef Bernd Montag jetzt bei 2,35 bis 2,45 Euro, das sind jeweils 15 Cent mehr als zuvor in Aussicht gestellt.
Positiv entwickelte sich das NeugeschÀft. Das Book-to-Bill-VerhÀltnis, also das VerhÀltnis von Auftragseingang zum Umsatz, lag im dritten Quartal bei 1,27. Der vergleichbare Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 5,76 Milliarden Euro, wie Healthineers weiter mitteilte. Analysten hatten mit einem höheren Wachstum gerechnet.
In seiner gröĂten und ertragreichsten Sparte, der Bildgebung, verzeichnete das Unternehmen ein eher maues Wachstum von 2,3 Prozent. Hier machten sich Umsatzverschiebungen in das vierte Quartal bemerkbar, erklĂ€rte Konzernchef Montag. Im Schlussabschnitt dĂŒrfte der Bereich seine Entwicklung wieder beschleunigen und ein vergleichbares Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich erreichen, sagte Finanzchef Jochen Schmitz in einer Telefonkonferenz. Das GeschĂ€ft Precision Therapy mit dem US-Krebsspezialisten Varian legte hingegen um 9,2 Prozent zu. Dabei bleibt Varian der Wachstumsmotor des Konzerns.
Dagegen bleibt die Labordiagnostik mit einem vergleichbaren UmsatzrĂŒckgang von 5,5 Prozent das Sorgenkind. Siemens Healthineers zĂ€hlt den Bereich nicht mehr zum KerngeschĂ€ft und bereitet eine Ausgliederung vor. Eine Entscheidung dazu ist jedoch weiterhin nicht gefallen. Das Thema dĂŒrfte das Unternehmen damit weiterhin beschĂ€ftigen. Schmitz bezifferte den Zeitrahmen nach einer Entscheidung auf etwa 24 Monate.
Dank der Zoll-RĂŒckerstattung stieg der Gewinn nach Steuern um gut ein FĂŒnftel auf 676 Millionen Euro.
