Aktien New York: Ölpreiseuphorie schwindet wegen Chipsektor-Sorgen
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 20:23 Uhr | dpa.deIm Technologiesektor wurde die Chipbranche wegen neuer Sorgen vor Konkurrenz aus China zu einem Bremsklotz, der auch in der Breite die anfängliche Euphorie hemmte.
Die Indizes konnten ihre Anfangsgewinne im Ein-Prozent-Bereich, die eine erneute Feuerpause im Krieg zwischen den USA und dem Iran ausgelöst hatte, allesamt nicht verteidigen. Nur der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 kam zwei Stunden vor Schluss mit 52.092 Punkten noch auf ein Plus von 0,3 Prozent. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 verlor dagegen 0,1 Prozent auf 7.402 Zähler.
Vor allem machten sich die China-Sorgen an der Nasdaq bemerkbar. Der Nasdaq 100 US6311011026 verlor unter dem Gewicht der Chipwerte 0,6 Prozent auf 27.953 Punkte. Er knüpfte damit an seine jüngste Talfahrt an, die ihn bereits auf das niedrigste Niveau seit Anfang Mai getrieben hat. Ausdruck der Nervosität ist, dass der Tech-Leitindex früh mit bis zu 1,2 Prozent im Plus stand, in der Spitze aber auch 1,2 Prozent verloren hatte.
Tech-Werte aus der Software- und Internetbranche erholten sich zwar, wie Salesforce US79466L3024, Microsoft US5949181045 und Alphabet US02079K3059 als deutliche Dow-Gewinner zeigten. Dies konnte die Unruhe der Anleger aber nicht aufwiegen. Nvidia US67066G1040 war im Dow mit fast fünf Prozent Minus das Schlusslicht. Unter den weiterer Chip-Branchengrößen büßten AMD US0079031078 sogar 7,4 Prozent ein.
Zum Halbleiter-Branchenthema wurde ein Bericht des Magazins "The Information" über eine beginnende Produktion von DUV-Lithografiesystemen in China. Danach ging unter Anlegern die Befürchtung um, dass die Anlagen des europäischen Branchenriesen ASML NL0010273215 mehr und mehr ersetzt werden könnten, wenn die Chinesen es schaffen, in eine Massenproduktion überzugehen.
Erholt zeigten sich im Technologiesektor auch einige Aktien aus dem Quantencomputer-Bereich. Vor allem galt dies für D-Wave Quantum mit einem Kurssprung um 16 Prozent. Sie profitieren davon, dass der Telekomkonzern AT&T US00206R1023 eine Vereinbarung unterzeichnet hat, um den Einsatz dieser Technologie auszuweiten.
Anleger warten jetzt gespannt auf das, was die Tech-Schwergewichte Microsoft, Meta US30303M1027, Amazon US0231351067 und Apple US0378331005 im Wochenverlauf in ihren Quartalsberichten zu sagen haben. Hinzu kommt die zunehmende Anspannung vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch.
Im Standardwertebereich blieb eine gewisse Restwirkung davon übrig, dass US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben die jüngsten Angriffe im Iran vorerst gestoppt hat, um Verhandlungen eine weitere Chance zu geben. Die Titel von Chevron US1667641005 und ExxonMobil US30231G1022 litten zwar unter dem nachgebenden Ölpreis, die Aktien der Autobauer Ford US3453708600 und General Motors US37045V1008 waren aber nach Kaufempfehlungen des Analysehauses Jefferies gefragt.
Um fast 40 Prozent sprangen die Anteile von Forte Biosciences US34962G2084 hoch. Der Biotech-Konzern Argenx NL0010832176 will das US-Unternehmen für 77 Dollar je Aktie oder insgesamt rund 2,2 Milliarden Dollar in bar erwerben, um seine Immonologie-Pipeline zu erweitern. Diesem Preis näherte sich der Forte-Kurs bis auf wenige Cent.
