New York Schluss: Chip-Sorgen bremsen Ölpreiserleichterung
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 22:30 Uhr | dpa.deIm Technologiesektor wurde die Chipbranche wegen Sorgen vor Konkurrenz aus China zu einem Bremsklotz, der auch in der Breite die anfängliche Euphorie hemmte. Hinzu kamen anhaltende Sorgen um die Rentabilität großer KI-Geschäfte.
Die Indizes konnten ihre Anfangsgewinne im Ein-Prozent-Bereich, die eine erneute Feuerpause im Krieg zwischen den USA und dem Iran ausgelöst hatte, nicht verteidigen. Am Ende kam nur der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 mit 52.210,08 Punkten noch auf ein klares Plus von 0,51 Prozent. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 schloss mit 7.413,18 Zählern nur 0,02 Prozent höher.
Vor allem machten sich die China-Sorgen an der Nasdaq bemerkbar. Unter dem Gewicht der Chipwerte beendete der Nasdaq 100 US6311011026 den von Schwankungen geprägten Handel 0,3 Prozent tiefer bei 28.039,21 Punkten. Er knüpfte damit an seine jüngste Talfahrt an, die ihn bereits auf das niedrigste Niveau seit Anfang Mai getrieben hatte.
Zum Halbleiter-Thema wurde ein Bericht des Magazins "The Information" über eine beginnende Produktion von DUV-Lithografiesystemen in China. Danach ging unter Anlegern die Befürchtung um, dass die Anlagen des Branchenriesen ASML NL0010273215 mehr und mehr ersetzt werden könnten, wenn die Chinesen es schaffen, in eine Massenproduktion überzugehen. Hinzu kam ein fulminanter Börsengang des chinesischen DRAM-Speicherherstellers CXMT, dessen Kurs sich am ersten Handelstag in Shanghai vervielfacht hatte.
Die Werte aus der Software- und Internetbranche erholten sich zwar, wie die Aktien von Salesforce US79466L3024, Microsoft US5949181045 und Alphabet US02079K3059 als Dow-Gewinner zeigten. Die Titel von Nvidia US67066G1040 jedoch waren in dem Leitindex mit fünf Prozent Minus das Schlusslicht. Anleger äußerten dabei auch wieder ihre Bedenken an den üppigen Investitionen großer Konzerne. Medienberichten zufolge arbeitet der Chipriese an neuen KI-Geschäften im Wert von mehr als 750 Milliarden Dollar.
Eine positive Ausnahme waren im Technologiesektor noch einige Aktien aus dem Quantencomputer-Bereich. Vor allem galt dies für D-Wave Quantum US26740W1099 mit einem Kurssprung um 20 Prozent. Sie profitieren davon, dass das Unternehmen mit dem Telekomkonzern AT&T US00206R1023 eine Vereinbarung unterzeichnet hat, um den Einsatz dieser Technologie auszuweiten.
Die Tech-Anleger warten jetzt gespannt auf das, was die Schwergewichte Microsoft US5949181045, Meta US30303M1027, Amazon US0231351067 und Apple US0378331005 im Wochenverlauf in ihren Quartalsberichten zu sagen haben. Hinzu kommt die zunehmende Anspannung vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch.
Im Standardwertebereich blieb eine gewisse Restwirkung davon übrig, dass US-Präsident Donald Trump die jüngsten Angriffe im Iran vorerst gestoppt hat, um Verhandlungen eine weitere Chance zu geben. Die Titel von Chevron US1667641005 und ExxonMobil US30231G1022 litten zwar unter dem nachgebenden Ölpreis, die Aktien der Autobauer Ford US3453708600 und General Motors US37045V1008 waren aber nach Kaufempfehlungen des Analysehauses Jefferies begehrt.
Um fast 40 Prozent sprangen die Anteile von Forte Biosciences US34962G2084 hoch. Der Biotech-Konzern Argenx NL0010832176 will das US-Unternehmen für 77 Dollar je Aktie oder insgesamt rund 2,2 Milliarden Dollar in bar erwerben, um seine Immonologie-Pipeline zu erweitern. Diesem Preis näherte sich der Forte-Kurs bis auf wenige Cent.
