Sivers: Nasdaq-Abstimmung vom 15. Juni gestrichen
16.06.2026 - 22:16:57 | boerse-global.de
Die Hauptversammlung von Sivers Semiconductors glich einem Krimi. Kurz vor dem Treffen traten drei Aufsichtsräte zurück. Der wichtigste Tagesordnungspunkt verschwand in letzter Minute. Trotzdem feiert die Aktie eine bemerkenswerte Rallye.
Vorstandsumbau und gestoppte US-Pläne
Eigentlich sollten die Aktionäre am 15. Juni über ein US-Listing abstimmen. Der Plan sah die Ausgabe von 53,8 Millionen neuen Aktien vor. Das hätte eine Verwässerung von 15 Prozent bedeutet. Dieser Punkt schaffte es gar nicht erst zur Abstimmung. Parallel dazu verließen Vize-Chairman Tomas Duffy sowie die Gründer Erik Fallström und Keith Halsey das Gremium.
Die Führungsebene formiert sich nun neu. Bami Bastani bleibt Chairman. Joakim Nideborn übernimmt den Vize-Posten. Ein kompletter Rückzieher beim Kapital ist das Manöver allerdings nicht. Die Aktionäre genehmigten dem neuen Board ein allgemeines Mandat für exakt dieselbe Aktienanzahl. Sivers sichert sich so finanzielle Flexibilität ohne sofortige Verwässerung.
Rote Zahlen und ein Milliarden-Auftragsbestand
Finanziell muss das Unternehmen Rückschläge verdauen. Sivers passte frühere Bilanzen an US-Standards an. Das offenbarte tiefere Verluste als bisher gemeldet. Der Nettofehlbetrag für 2025 stieg auf 222,6 Millionen schwedische Kronen. Auch das erste Quartal enttäuschte mit einem Umsatzrückgang von 22 Prozent. Das Management macht dafür Verzögerungen im US-Verteidigungsbudget verantwortlich.
Die Auftragslage zeichnet ein völlig anderes Bild. Das Volumen wuchs seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar. Treiber sind die Bereiche Photonik und Funktechnik. Hinzu kommt eine frische Allianz mit GlobalFoundries. Sivers integriert seine Laser-Arrays in die Plattform des Chip-Giganten. Das Ziel: neue Lösungen für den wachsenden KI-Infrastrukturmarkt.
Aktie ignoriert die Turbulenzen
Die Börse blendet das Vorstands-Drama komplett aus. Am Dienstag kletterte der Kurs auf 8,50 Euro. Damit summiert sich das Plus der vergangenen 30 Tage auf fast 96 Prozent.
Im gleichen Schritt sicherte sich Sivers frisches Kapital. Die Aktionäre winkten ein Wandeldarlehen über rund 327.000 US-Dollar durch.
Die Konditionen umfassen 10,85 Prozent Zinsen und einen Wandlungspreis von 4,77 Kronen. Die Laufzeit endet im Dezember 2029.
Die nächste Bewährungsprobe für die Aktie rückt bereits näher. Am 6. August präsentiert der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal.
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