SoftBank, Aktie

SoftBank Aktie: Riskante Wette

09.03.2026 - 00:23:17 | boerse-global.de

SoftBank plant ein 40-Milliarden-Dollar-Darlehen fĂŒr OpenAI, was zu einer negativen Ratingeinstufung und steigenden Kreditausfallversicherungen fĂŒhrt. Die Bilanz des Konzerns ist zunehmend von KI-Investitionen abhĂ€ngig.

SoftBank Aktie: Riskante Wette - Foto: ĂŒber boerse-global.de
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SoftBank Group Corp. will sich bis zu 40 Milliarden Dollar leihen – das grĂ¶ĂŸte Dollar-Darlehen der Unternehmensgeschichte. Das Geld fließt primĂ€r in OpenAI. Doch die aggressive Finanzierung hat Folgen: S&P Global stufte den Kreditausblick herab, die Credit Default Swaps weiteten sich auf Jahreshochs aus.

Rekordkredit fĂŒr OpenAI-Expansion

Der japanische Technologiekonzern verhandelt ĂŒber ein ÜberbrĂŒckungsdarlehen mit einer Laufzeit von rund zwölf Monaten. JPMorgan Chase & Co. gehört zu den vier Banken, die das GeschĂ€ft federfĂŒhrend begleiten. Die GesprĂ€che laufen noch, die Konditionen können sich bis zum Abschluss Ă€ndern.

Die Finanzierung folgt unmittelbar auf OpenAIs jĂŒngste Kapitalrunde ĂŒber 110 Milliarden Dollar. Amazon, Nvidia und SoftBank stiegen ein und hoben die Bewertung des ChatGPT-Entwicklers auf etwa 730 Milliarden Dollar. SoftBank hielt Ende Dezember 2025 bereits rund 11 Prozent an OpenAI – nach Investitionen von mehr als 30 Milliarden Dollar.

Ratingagentur warnt vor LiquiditÀtsrisiko

S&P Global verschlechterte den Ausblick fĂŒr SoftBank von stabil auf negativ. Die geplante Aufstockung um weitere 30 Milliarden Dollar könnte die LiquiditĂ€t belasten und die QualitĂ€t der Vermögenswerte schwĂ€chen, so die BegrĂŒndung. Das Langfrist-Rating von „BB+" bestĂ€tigte S&P dennoch und verwies auf mögliche VermögensverkĂ€ufe zur Schadensbegrenzung.

SoftBank hat bereits Nvidia-Aktien verĂ€ußert, um die OpenAI-Investitionen zu finanzieren. Neben dem KI-Unternehmen hĂ€lt der Konzern eine rund 90-prozentige Beteiligung am Chipdesigner Arm Holdings – zwei dominierende Positionen im Portfolio.

CDS-Spreads signalisieren NervositÀt

Die fĂŒnfjĂ€hrigen Credit Default Swaps von SoftBank weiteten sich auf etwa 355 Basispunkte – der höchste Stand seit April 2025. Damit weist SoftBank die breitesten CDS-Spreads unter japanischen Unternehmen auf, rund 100 Basispunkte ĂŒber Nissan Motor.

Bloomberg Intelligence stellte fest: SoftBank hat seit 2025 ĂŒber 70 Milliarden Dollar in KI-Projekte gesteckt und dafĂŒr auf Schulden und VermögensverkĂ€ufe gesetzt. Die Bilanz ist dadurch enger an die KI-Akzeptanz und einen möglichen OpenAI-Börsengang gekoppelt.

Breite KI-Infrastrukturoffensive

Die Kapitalallokation beschrĂ€nkt sich nicht auf OpenAI. SoftBank und OpenAI investierten gemeinsam eine Milliarde Dollar in SB Energy, das mit Tech-Firmen am US-Ausbau von Rechenzentren arbeitet. Zudem vereinbarte SoftBank den Kauf der Private-Equity-Gesellschaft DigitalBridge Group fĂŒr etwa drei Milliarden Dollar in bar.

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2025 erwarb der Konzern den US-Chipdesigner Ampere Computing fĂŒr 6,5 Milliarden Dollar und unterbreitete ein 5,4-Milliarden-Angebot fĂŒr die Robotiksparte von ABB.

Parallel meldete SoftBank eine finanzielle Erholung: Im Quartal Oktober bis Dezember 2025 wies das Unternehmen einen Nettogewinn von rund 1,6 Milliarden Dollar aus – das vierte profitable Quartal in Folge nach einem Verlust von etwa 369 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum.

PayPay-Börsengang verschoben

Geopolitische Spannungen durchkreuzten einen weiteren SoftBank-Plan. Die Roadshow fĂŒr den PayPay-Börsengang, geplant fĂŒr den 2. MĂ€rz, wurde verschoben, nachdem die USA und Israel am Wochenende Ziele im Iran angriffen und die MĂ€rkte erschĂŒtterten.

PayPay Corp. und ein Arm des SoftBank Vision Fund II wollten bis zu 1,1 Milliarden Dollar einsammeln – das grĂ¶ĂŸte US-Listing eines japanischen Unternehmens aller Zeiten. Angepeilt war eine Bewertung von 13,4 Milliarden Dollar, deutlich unter den 20 Milliarden, die Investoren 2024 erhofften. Die Preisfestlegung ist nun fĂŒr den 11. MĂ€rz vorgesehen.

Konzentration auf OpenAI verschÀrft sich

OpenAI und Arm bilden heute den Kern von SoftBanks Vermögen. Die Marktbewertung des Konzerns hĂ€ngt zunehmend davon ab, ob OpenAIs Modelle Konkurrenten wie Googles Gemini oder Anthropics Claude ĂŒbertreffen können. Über 70 Milliarden Dollar flossen seit 2025 in KI-Investitionen – finanziert durch Schulden und VerkĂ€ufe. Das verschlechterte die Portfolio-QualitĂ€t und erhöhte die Verschuldung. Ein unsicheres Makroumfeld und Blasen-Bedenken belasten die Loan-to-Value-Quote. Ein OpenAI-Börsengang bleibt der wichtigste positive Katalysator, dessen Zeitpunkt aber offen ist.

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