New York: Verluste - 'Big Tech'-Sorgen und hohe Ölpreise belasten
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 16:46 Uhr | dpa.deNach einer Erholung am Dienstag und einer abwartenden Haltung zur Wochenmitte stießen zahlreiche Anleger Aktien ab. Vor allem Papiere großer Technologiekonzerne wurden verkauft.
Im frühen Handel büßte der Nasdaq 100 US6311011026, der von den großen Tech-Konzernen dominiert wird, 1,6 Prozent auf 28.545 Zähler ein. Der überwiegend mit Standardwerten bestückte Dow Jones Industrial US2605661048 gab um 1,0 Prozent auf 51.675 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 verlor 1,1 Prozent auf 7.418 Zähler.
Die kriegerische Auseinandersetzung in Nahost beunruhigt zunehmend die Märkte. Der Ölpreis der Nordseesorte Brent kletterte erstmals wieder seit zwei Monaten über 100 US-Dollar je Barrel. Damit werden erneut Inflationssorgen angeheizt und Sorgen über etwaige Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed.
Mit Blick auf die Schwergewichte aus der Tech-Branche, allen voran Alphabet US02079K3059 und Tesla US88160R1014, überwog die Enttäuschung. Die Google-Mutter Alphabet übertraf zwar umsatzseitig im vergangenen Quartal die Erwartungen der Wall Street, doch dass nun noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur gesteckt werden soll, brachte die Aktie unter Druck. Sie sackte um etwas mehr als 6 Prozent ab, womit rund 260 Milliarden US-Dollar Börsenwert vernichtet wurden.
Tesla-Aktien brachen um 12,5 Prozent ein. Der Elektroautohersteller habe zwar Absatz und Umsatz stark gesteigert, doch wegen milliardenschwerer Investitionen sei ein deutlich geringerer Gewinn übriggeblieben als erwartet, kommentierte etwa Marktbeobachter Stephen Innes.
Für Texas Instruments US8825081040 ging es trotz starker Zahlen und einem Ausblick auf das dritte Quartal, der die Erwartungen übertraf, um 3,8 Prozent abwärts. Angesichts des starken Laufs der Halbleiter-Aktie seit Jahresbeginn wurden Gewinne mitgenommen.
T-Mobile US US8725901040 sackten 5,4 Prozent ab. Der Telekommunikationskonzern gewann im zweiten Quartal zwar mehr neue Kunden als erwartet, blieb damit aber hinter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr zurück. Zudem blieb die Zahl auch deutlich hinter der des Konkurrenten AT&T US00206R1023 zurück.
Zwischen Gewinnen und Verlusten pendelten unterdessen erst kürzlich erheblich unter Druck geratenen Anteile von IBM US4592001014. Zuletzt legten sie um 0,3 Prozent zu. Das im Dow Jones notierte IT-Urgestein senkte nach einem enttäuschend verlaufenen Quartal die Umsatzprognose für 2026 leicht. Daher aber sollen nun die Kosten noch stärker gedrückt werden als geplant, um das Ziel zu erreichen, den Zahlungsmittelzufluss um eine Milliarde Dollar zu steigern.
Im Fokus standen angesichts der erneut kräftig gestiegenen Ölpreise einmal mehr auch Ölaktien. Chevron US1667641005 im Dow legten um 2,4 Prozent zu und ähnlich stiegen auch die Anteile von ExxonMobil US30231G1022 und ConocoPhillips US20825C1045.
Dagegen sackten die Papiere von American Airlines US02376R1023 um 7,5 Prozent ab und zogen die von United Airlines US9100471096, JetBlue US4771431016 oder auch Delta Air Lines US2473617023 gleich mit runter. Wegen der hohen Treibstoffpreise schließt American Airlines einen Verlust in diesem Jahr nicht aus.
