VerbÀnde warnen vor Sozial-Einschnitten im Etat
Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 11:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Wer am Sozialen spart, schwĂ€cht das RĂŒckgrat unserer Demokratie", heiĂt es in einem Appell eines BĂŒndnisses, dem unter anderem der Sozialverband Deutschland, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der ParitĂ€tische Wohlfahrtsverband und die kirchlichen Sozialdienste Caritas und Diakonie angehören.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bringt an diesem Dienstag den vom Kabinett beschlossenen Entwurf fĂŒr den Etat 2027 ins Parlament ein. Vorgesehen sind Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro. Die SozialverbĂ€nde fordern, zentrale sozialpolitische Aufgaben auskömmlich zu finanzieren. Verhindert werden mĂŒsse der Eindruck, dass wegen steigender Verteidigungsausgaben nicht ausreichend Geld fĂŒr notwendige soziale Leistungen zur VerfĂŒgung stehe.
Gegen KĂŒrzungen beim Wohngeld
Die VerbĂ€nde Ă€uĂern sich besorgt, dass vorgesehene KĂŒrzungen etwa bei den BundeszuschĂŒssen zur Renten- und Krankenversicherung, beim Wohngeld und beim Elterngeld die Sicherungssysteme in unsicheren Zeiten schwĂ€chten, in denen ein starker Sozialstaat besonders gebraucht werde.
Sie fordern auch einen "ĂŒbergreifenden Blick" auf parallele Reformen bei Rente, Gesundheit oder Pflege. "Steuerentlastungen fĂŒr Privathaushalte verpuffen angesichts deutlicher Mehrbelastungen infolge geringerer Sozialleistungen und höherer Zuzahlungen", heiĂt es in dem Appell, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Höhere Steuern fĂŒr sehr hohe Einkommen
Die SozialverbĂ€nde betonen darin: "Ein gut ausgebauter Sozialstaat ist unverzichtbar, und wir können ihn uns auch in Zukunft leisten." Dazu mĂŒssten sehr hohe Einkommen, Erbschaften und Vermögen stĂ€rker und gerechter besteuert werden. Kleine und mittlere Einkommen gehörten entlastet.
Mitgetragen wird der Appell unter anderem auch vom Sozialverband VdK, dem Arbeiter-Samariter-Bund, der VolkssolidaritÀt, der Arbeiterwohlfahrt und den Gewerkschaften Verdi und IG Metall.
