Sozialwirtschaft: Streik ab Mittwoch droht nach Verhandlungsrunde
26.01.2026 - 06:25:12Die fünfte Verhandlungsrunde für 130.000 Beschäftigte in Österreichs Sozial- und Gesundheitsbranche droht zu scheitern. Sollte es heute keine Einigung geben, treten die Gewerkschaften GPA und vida in den Streik – von Mittwoch bis Freitag.
Die Fronten sind verhärtet. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung von vier Prozent und bessere Arbeitsbedingungen. Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), hält dagegen. Ihr letztes Angebot: eine Erhöhung der Kollektivvertragslöhne um 2,3 Prozent ab April 2026.
Verhandlungen seit Oktober festgefahren
„Das Angebot ist völlig unzureichend“, kontern die Arbeitnehmervertreter. Es gleiche die Inflation nicht aus und würdige die systemrelevante Arbeit nicht. Die Verhandlungen ziehen sich bereits seit Oktober. Vier ergebnislose Runden und massive Warnstreiks im Dezember haben die Lage zugespitzt.
Die Gewerkschaften zeigen sich kampfbereit. Eine Resolution von über 500 Betriebsräten in Graz gab den Weg vor: Scheitern die heutigen Gespräche, folgen koordinierte Streiks. Die Arbeitgeber verweisen auf die angespannte Finanzlage. Ein höheres Angebot sei nicht finanzierbar und drohe Organisationen in die Insolvenz zu treiben.
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Mehr als nur Geld: Kampf um bessere Bedingungen
Im Fokus steht nicht nur das Geld. Das Forderungspaket der Gewerkschaften umfasst auch:
* Verbesserungen im Rahmenrecht des Kollektivvertrags.
* Mehr Dienstplansicherheit und Entlastungsmaßnahmen.
* Besondere Verbesserungen für Teilzeitkräfte, die in der frauendominierten Branche stark vertreten sind.
Ein Teilerfolg gibt den Beschäftigten immerhin Planungssicherheit: Der Zusatzkollektivvertrag zum Pflegezuschuss wurde bereits beschlossen. Die Zahlungen laufen weiter.
Grundsatzkonflikt: Wertschätzung vs. leere Kassen
Hinter dem Tarifstreit steht ein grundsätzlicher Konflikt. Die Beschäftigten fordern faire Anerkennung für ihre essentielle Arbeit. Die Trägerorganisationen sehen sich durch die Budgets der öffentlichen Hand, von Ländern und Gemeinden, in die Enge getrieben.
Kann die Politik hier eine Lösung bringen? Die Gewerkschaften fordern die Arbeitgeber auf, den Druck an die öffentliche Hand weiterzugeben. Gleichzeitig verschärft der anhaltende Fachkräftemangel die Situation. Unattraktive Bedingungen könnten den Personalmangel noch verstärken.
Entscheidung heute – Streikwoche droht
Die heutige Verhandlungsrunde mit offenem Ende entscheidet über die kommenden Tage. Kommt kein Kompromiss zustande, willigen die Gewerkschaften nicht in eine weitere Verlängerung ein.
Die Folge: Ab Mittwoch könnten tausende Einrichtungen lahmgelegt werden – von der Pflege über Kindergärten bis zur Behindertenbetreuung. Steuert Österreich auf einen der größten Arbeitskämpfe im Sozialbereich der letzten Jahre zu? Die nächsten Stunden bringen die Antwort.
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