SpaceX, Millionen

SpaceX: 206 Millionen Aktien leerverkauft

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 23:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach gescheiterter Raketenlandung und steigendem Short-Druck fĂ€llt die SpaceX-Aktie auf ein neues Tief. Analysten uneins ĂŒber die weitere Entwicklung.

SpaceX Aktie: Kursrutsch nach fehlgeschlagener Booster-Landung
Dunkler, technologischer Hangar mit dramatischer Beleuchtung, der die AtmosphĂ€re der privaten Raumfahrtindustrie einfĂ€ngt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Börsengang von SpaceX liegt gut sechs Wochen zurĂŒck, von der anfĂ€nglichen Euphorie ist wenig geblieben. Die Aktie des Raumfahrtunternehmens schloss am Freitag bei 101,18 Euro, ein Minus von 2,60 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Kursverlust von 25,71 Prozent zu Buche, der Titel notiert damit nur noch gut 3,7 Prozent ĂŒber seinem 52-Wochen-Tief. Vom Hoch aus dem Juni trennen die Aktie inzwischen knapp 48 Prozent.

Booster-Bruchlandung ĂŒberschattet Starlink-Erfolg

Auslöser der jĂŒngsten Talfahrt war der 13. Testflug des Starship-Systems am Donnerstag. Die Oberstufe brachte planmĂ€ĂŸig 20 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation aus und wasserte kontrolliert im Indischen Ozean. Der Super-Heavy-Booster scheiterte dagegen erneut: Die Triebwerke zĂŒndeten beim Landeanflug nicht vollstĂ€ndig, der Booster schlug mit hoher Geschwindigkeit im Golf auf. Es ist bereits der zweite Fehlschlag in Folge bei der Booster-Landung. Der Raumfahrtanalyst Tim Farrar kommentierte, SpaceX sei "noch weit von schneller Wiederverwendbarkeit entfernt" – eine EinschĂ€tzung, die angesichts von Entwicklungskosten von mehr als 15 Milliarden US-Dollar fĂŒr das V3-Programm schwer wiegt. Im ersten Quartal 2026 standen dem Weltraumsegment Investitionen von 2,38 Milliarden Dollar einem operativen Gewinn im Connectivity-GeschĂ€ft von 1,19 Milliarden Dollar gegenĂŒber; die Forschungsausgaben legten um 77 Prozent auf 930 Millionen Dollar zu, der operative Verlust im Weltraumsegment lag bei 662 Millionen Dollar.

Milliardenwette der LeerverkÀufer vor dem Zahlenwerk

Parallel zur technischen EnttĂ€uschung ist der Druck von der Short-Seite spĂŒrbar gestiegen. Laut S3 Partners kletterte die Short-Interest-Position binnen kurzer Zeit von 40 auf 206 Millionen Aktien – rund 32 Prozent des frei handelbaren Bestands mit einem Marktwert von etwa 25 Milliarden Dollar. Nach Daten von Ortex sitzen LeerverkĂ€ufer bereits auf nicht realisierten Gewinnen von rund 15,5 Milliarden Dollar. Elon Musk reagierte auf der Plattform X mit einer unverblĂŒmten Warnung an die Shortseller, deren Überlebenschance er als gering bezeichnete.

Die NervositĂ€t hat einen konkreten Termin: Am 4. August legt SpaceX als börsennotiertes Unternehmen erstmals Quartalszahlen vor, Analysten erwarten einen Umsatz von 6,87 Milliarden Dollar bei einem Verlust von 0,28 Dollar je Aktie. Nur zwei Tage spĂ€ter, am 6. August, endet die erste Lock-up-Frist – bis zu 911,5 Millionen bislang gesperrte Aktien könnten dann auf den Markt drĂ€ngen. Eine zweite Tranche von 455,8 Millionen Aktien bliebe nur dann gesperrt, wenn der Kurs nicht mindestens an fĂŒnf von zehn Handelstagen vor der Bilanz die Marke von 175,50 Dollar erreicht – ein Szenario, das angesichts des aktuellen Kursniveaus als unwahrscheinlich gilt.

Analysten zwischen Warnung und Kaufchance

Die EinschĂ€tzungen der Investmentbanken zu SpaceX gehen weit auseinander. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas sieht in einem möglichen weiteren RĂŒckgang auf 100 Dollar sogar einen attraktiven Einstiegspunkt, da ein solches Niveau faktisch eine Nullbewertung des KI-GeschĂ€fts implizieren wĂŒrde. Er bekrĂ€ftigte sein Kursziel von 300 Dollar. HSBC bewertet die Aktie dagegen deutlich zurĂŒckhaltender mit "Hold" und einem Kursziel von 115 Dollar. Der Analystenkonsens insgesamt lautet auf "Moderate Buy" mit einem Durchschnittsziel von etwa 239 Dollar – eine Spanne, die die Unsicherheit ĂŒber die junge Aktie widerspiegelt.

ZusĂ€tzliche Fantasie liefern Spekulationen ĂŒber eine mögliche Fusion mit Tesla, die Musk auf dem Tesla-Ergebnisaufruf am 22. Juli nicht ausschloss. Durch den parallelen Kursverfall beider Werte hĂ€tte SpaceX inzwischen jedoch deutlich mehr eigene Aktien ausgeben mĂŒssen als noch vor wenigen Wochen, um Tesla zu ĂŒbernehmen – ein Umstand, der ein solches Vorhaben fĂŒr SpaceX-AktionĂ€re weniger attraktiv macht. Der Kursrutsch der vergangenen Wochen hat laut 24/7 Wall St. auch Musks persönliches Vermögen empfindlich getroffen: Von einem Spitzenwert von 1,3 Billionen Dollar fiel es um rund 600 Milliarden Dollar. Bis zur Bilanzvorlage und dem Lock-up-Ende dĂŒrfte die VolatilitĂ€t der Aktie damit hoch bleiben.

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