SpaceX Aktie: 4,39% Minus auf 96,74 Euro
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 22:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die SpaceX-Aktie markiert am heutigen Montag ein neues Rekordtief. Das Papier fĂ€llt um 4,39 Prozent auf 96,74 Euro und liegt damit nur noch rund 1,25 Prozent ĂŒber der Marke von 95,55 Euro, dem am selben Tag aufgestellten 52-Wochen-Tief. Seit dem Rekordhoch von 194,46 Euro im Juni hat sich der Kurs mehr als halbiert. Der Ausverkauf trifft ein Unternehmen, das gerade erst einen technischen Erfolg gefeiert hat â und offenbart, wie stark die Anleger inzwischen an der milliardenschweren KI-Wette von SpaceX zweifeln.
Lock-up und Quartalszahlen als Belastungsprobe
Der Kursverfall der vergangenen Wochen fĂ€llt mit einem Datum zusammen, das viele Investoren fĂŒrchten: Am 6. August lĂ€uft die erste Sperrfrist fĂŒr Alt-Investoren aus SpaceX' Börsengang aus. Dann werden 911,5 Millionen Aktien handelbar, die bislang gebunden waren. Zwei Tage zuvor, am 4. August, legt SpaceX seine ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang im Juni vor. Der Vermögensverwalter Charlie Bilello warnte, selbst ein gutes Unternehmen könne beim falschen Preis eine schlechte Investition sein â ein Kommentar, den viele Marktteilnehmer inzwischen auf SpaceX beziehen. Parallel dazu haben LeerverkĂ€ufer laut Berichten von Reuters seit dem Börsengang im Juni einen Buchgewinn von 15,5 Milliarden Dollar aufgebaut; rund 56 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes sind derzeit fĂŒr LeerverkĂ€ufe ausgeliehen. Firmenchef Elon Musk warnte LeerverkĂ€ufer öffentlich ĂŒber seinen Kurznachrichtendienst X.
Trotz des Kursdrucks ist die technische Seite des Unternehmens zuletzt aufgegangen. Am Freitag hob die Rakete Starship zum 13. Testflug von der texanischen Starbase ab, setzte 20 Starlink-V3-Satelliten aus und zĂŒndete ihr Raptor-Triebwerk erfolgreich im All neu, bevor sie kontrolliert und intakt im Indischen Ozean niederging. Der Booster Super Heavy scheiterte dagegen erneut: Nicht alle 13 Triebwerke zĂŒndeten fĂŒr das Landemanöver, sodass er hart im Golf von Mexiko aufschlug. Musk kĂŒndigte an, beim nĂ€chsten Flug erstmals zu versuchen, die Oberstufe mit dem Startturm aufzufangen. Analyst Edison Yu von der Deutschen Bank sprach von "solidem Fortschritt", da die Oberstufe alle Missionsziele erfĂŒllt habe.
Morgan Stanley sieht Nullbewertung fĂŒr KI-Sparte
Dass die Aktie trotz des geglĂŒckten Tests weiter fĂ€llt, hat vor allem mit der Bewertung von SpaceX' KI-GeschĂ€ft zu tun. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas rechnet vor, dass ein Kurs von 100 Dollar bedeuten wĂŒrde, dass der Markt die KI-Sparte des Unternehmens mit null oder sogar negativ bewertet. Jonas hĂ€lt an seinem Kursziel von 300 Dollar fest, von dem mehr als die HĂ€lfte auf die KI-AktivitĂ€ten entfĂ€llt â etwa auf die beiden Colossus-Rechenzentren und PlĂ€ne fĂŒr Rechenleistung im Orbit. Untermauert wird diese EinschĂ€tzung durch Cloud-VertrĂ€ge mit Google, das laut den vorliegenden Vereinbarungen von Oktober 2026 bis Juni 2029 monatlich 920 Millionen Dollar fĂŒr Grafikprozessor-Zugang zahlen soll, sowie durch einen Ă€hnlichen Vertrag mit Anthropic.
Die GeschĂ€ftszahlen zeigen unterdessen ein zweigeteiltes Bild: WĂ€hrend die Satelliteninternet-Sparte Starlink im ersten Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 1,19 Milliarden Dollar bei 3,26 Milliarden Dollar Umsatz erzielte, verbuchte das KI-Segment im selben Zeitraum einen operativen Verlust von 2,47 Milliarden Dollar. Unterm Strich stand fĂŒr SpaceX im ersten Quartal dennoch ein Nettogewinn von 4,27 Milliarden Dollar, nach einem Nettoverlust von 528 Millionen Dollar im Gesamtjahr 2025. Die Fondsmanagerin Cathie Wood nutzte den Kursrutsch zuletzt zum Einstieg und kaufte im Juli ĂŒber ihre ARK-Fonds SpaceX-Aktien im Wert von gut 21 Millionen Dollar.
Der Analystenkonsens bleibt trotz der Kursverluste mehrheitlich optimistisch: Die ĂŒberwiegende Zahl der BankhĂ€user rĂ€t weiterhin zum Kauf, die Kursziele liegen im Mittel deutlich ĂŒber dem aktuellen Niveau. Ob diese Zuversicht Bestand hat, dĂŒrfte sich in den kommenden zwei Wochen entscheiden â wenn die Quartalszahlen und die Freigabe von fast einer Milliarde Aktien nahezu zeitgleich auf die Aktie treffen.
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