SpaceX Aktie: Lock-up endet am 6. August
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 08:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SpaceX-Aktien schließen am Freitag bei 101,18 Euro. Das sind 2,60 Prozent weniger als am Vortag. Innerhalb von 30 Tagen hat das Papier damit mehr als ein Viertel seines Werts verloren.
Der Kurs nähert sich dem 52-Wochen-Tief von 97,54 Euro. Dieses Tief hatte die Aktie erst zwei Tage zuvor erreicht. Investoren fragen sich, wie viel von der KI-Sparte des Unternehmens im aktuellen Kurs überhaupt noch eingepreist ist.
Morgan Stanley sieht Fehlbewertung
Adam Jonas von Morgan Stanley widerspricht der pessimistischen Marktstimmung. In einer Kundennotiz vom Freitag schreibt er, die Lücke zwischen der zunehmend bearishen Anlegerstimmung und den weitgehend unveränderten Fundamentaldaten schaffe einen attraktiven Einstiegspunkt.
Sein Argument: Der Ausverkauf hat den Kurs auf ein Niveau gedrückt, das der KI-Sparte praktisch keinen Wert mehr zuschreibt. Viele Investoren rechnen laut Jonas damit, dass die Aktie weiter fällt und die 100-Dollar-Marke unterschreitet. Grund dafür ist die auslaufende Sperrfrist für die erste Aktientranche im kommenden Monat, die einigen Insidern den Verkauf ermöglicht.
„Die meisten Investoren, mit denen wir sprechen, rabattieren Grok und Cursor erheblich", so Jonas. Viele Marktteilnehmer würden der KI-Sparte sogar einen negativen Wert zuschreiben – wegen der hohen Kapitalkosten im Vergleich zum Raumfahrt- und Konnektivitätsgeschäft sowie unsicherer Wirtschaftlichkeit.
Trotz der schwachen Kursentwicklung bleibt die Wall Street mehrheitlich optimistisch. Fast 80 Prozent der Analysten, die SpaceX abdecken, empfehlen den Kauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel von rund 232 Dollar würde eine Verdopplung gegenüber dem aktuellen Niveau bedeuten.
Fusionsspekulationen befeuern die Debatte
Parallel zum Kursrutsch verdichten sich Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss von SpaceX und Tesla. Bei der Telefonkonferenz zu den Tesla-Quartalszahlen diese Woche stellte sich Elon Musk einer direkten Frage zu einer möglichen Fusion. Er verwies auf die wachsenden Überschneidungen zwischen beiden Unternehmen, besonders bei Terafab, wollte sich aber auf einer Earnings Call nicht zu einer Kombination beider Firmen äußern.
Die Aussagen reichten aus, um Analystenprognosen zu bewegen. Gene Munster von Deepwater Asset Management erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Fusion in den kommenden Jahren nach dem Call von 80 auf 90 Prozent. Auf der Prognoseplattform Kalshi taxieren Trader die Wahrscheinlichkeit eines Abschlusses vor Mai 2027 mittlerweile auf 50 Prozent.
Nicht alle Marktbeobachter sind überzeugt, dass die Rechnung für Aktionäre aufgeht. Die SpaceX-Aktie liegt rund 50 Prozent unter ihrem Junihoch und damit unter dem IPO-Preis von 135 Dollar. Das erschwert die von der Wall Street erwartete reine Aktienstruktur des Deals: Der gefallene Kurs zwingt SpaceX dazu, mehr Aktien auszugeben, um Tesla zu übernehmen – zulasten bestehender Aktionäre. JPMorgan sieht zudem die chinesische Regulierungsfreigabe als größte praktische Hürde, angesichts von Teslas Produktionsstandort in Shanghai.
Ein turbulenter Börsenstart
Der aktuelle Kursverlauf zeigt, wie stark sich die Stimmung seit dem rekordträchtigen Nasdaq-Debüt gedreht hat. Nach dem 86-Milliarden-Dollar-Angebot Mitte Juni war die Aktie in den ersten drei Handelstagen um fast 50 Prozent gestiegen. Anschließend brach sie ein und fiel diese Woche auf ein Tief von 18 Prozent unter dem IPO-Preis.
Jonas selbst ist keine Unbekannte Größe bei Musk-nahen Wetten. Er gilt als langjähriger Tesla-Bulle, dessen aufsehenerregende Kursziele in der Vergangenheit oft überproportionale Kursbewegungen ausgelöst haben.
Zwei Termine im Blick
Die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich nun auf zwei bevorstehende Ereignisse. Am 6. August läuft die Sperrfrist für bis zu 911,5 Millionen Aktien aus – zwei Tage nachdem SpaceX zum ersten Mal als börsennotiertes Unternehmen Quartalszahlen vorlegt.
Ein 14-Tage-RSI von 33,9 signalisiert überverkaufte Bedingungen. Die Wochen zwischen Quartalsbericht und Sperrfristende dürften zeigen, ob Morgan Stanleys These vom „wertlosen KI-Geschäft" bei anderen Investoren Anklang findet – oder ob der Ausverkauf noch weitergeht.
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