SpaceX Aktie: Wall Street neu gedacht
Veröffentlicht am: 04.06.2026 um 11:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Elon Musk bricht wieder mit Konventionen — diesmal beim größten Börsengang der Geschichte. SpaceX hat den IPO-Preis auf 135 Dollar je Aktie festgelegt, eine Woche bevor der Handel überhaupt beginnt. Das ist in der Welt der US-Großemissionen schlicht unüblich.
Normalerweise ermitteln Banken den Ausgabepreis erst nach dem Roadshow-Prozess, wenn Investoren ihre Nachfrage signalisiert haben. SpaceX dreht diesen Ablauf um: Preis zuerst, Roadshow danach. Die Investor-Tour startet heute, die finale Preisfestsetzung ist für den 11. Juni geplant — auch wenn der Preis damit wohl Formsache bleibt. Ab dem 12. Juni sollen die Aktien unter dem Kürzel "SPCX" an der Nasdaq gehandelt werden.
Rekordsumme, Rekordbewertung
Mit 555,5 Millionen angebotenen Aktien will SpaceX rund 75 Milliarden Dollar einsammeln — mehr als jeder Börsengang zuvor. Die angestrebte Marktkapitalisierung liegt bei etwa 1,75 Billionen Dollar, was SpaceX in die Riege der zehn wertvollsten börsennotierten US-Unternehmen katapultieren würde.
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Für Musk persönlich hätte das greifbare Folgen: Sein Vermögen dürfte rechnerisch erstmals die Marke von einer Billion Dollar überschreiten — auf dem Papier. Seinen Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent behält er trotz des Verkaufs von Aktien im Wert von Milliarden.
Chips, Raketen und ländlicher Widerstand
Abseits des IPO-Trubels kämpft SpaceX an einer anderen Front. Der Konzern hat sich in Grimes County, Texas, Steuervorteile für das geplante Terafab-Projekt gesichert — ein Chip-Fertigungsvorhaben, das die Abhängigkeit von externen Halbleiterlieferanten verringern soll. Der zuständige Gemeinderat stimmte zu, obwohl mehr als 100 Anwohner Protest einlegten. Sie befürchten Belastungen für Wasserversorgung, Tierwelt und den ländlichen Charakter der Region rund um den Gibbons-Creek-Stausee.
Das Terafab-Projekt ist für Investoren kein Randthema. Es steht für SpaceX' Ambitionen, sich vom reinen Raketen- und Satellitenanbieter zu einem Infrastrukturkonzern für KI und Halbleiter zu entwickeln — und damit die Bewertungsfantasie über das Raumfahrtgeschäft hinaus zu tragen.
Goldmans Sachs, Morgan Stanley, JPMorgan und weitere Großbanken begleiten den Börsengang als Book-Runner. Ob das unkonventionelle Preisfindungsmodell dabei zu einem neuen Standard wird oder eine Einmalaktion bleibt, wird sich zeigen — spätestens dann, wenn am 12. Juni die ersten Kurse über die Nasdaq-Ticker laufen.
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