SPD-Chef warnt vor SozialkĂŒrzungen - neue Modelle im Blick
08.02.2026 - 18:46:39"Immer so zu tun, als ob der Abbau von Sozialstaat und der Abbau von Arbeitnehmerrechten dazu fĂŒhrt, dass wir wirtschaftlich stĂ€rker werden - das teile ich ĂŒberhaupt nicht, und das ist der falsche Weg", sagte er im "Bericht aus Berlin" der ARD.
Hitzig wird seit Monaten angesichts der schwĂ€chelnden Wirtschaft und hoher Staatsausgaben ĂŒber Sozialreformen diskutiert. So hatte Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Sommer festgestellt: "Der Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, ist mit dem, was wir volkswirtschaftlich leisten, nicht mehr finanzierbar."
Klingbeil nannte es nun einen "völlig falschen Weg", den fleiĂigen Menschen hier im Land zu sagen, diese mĂŒssten sich mal mehr anstrengen.
Klingbeil stellte sich hinter VorschlĂ€ge aus seiner Partei, bei der Finanzierung von Gesundheit und Pflege nicht wie bisher nur Löhne und GehĂ€lter zu berĂŒcksichtigen, sondern auch KapitalertrĂ€ge oder MieteinkĂŒnfte - mit dem Ziel, die BeitrĂ€ge zu senken. "Das ist ein Diskussionsangebot, das wir haben. Wir finden das richtig, dass man das macht", sagte er.
Den Sozialstaat effektiver machen
Seine Co-Parteichefin BĂ€rbel Bas hatte zuvor in einer Grundsatzrede im Willy-Brandt-Haus gerĂŒgt, dass der Sozialstaat als Bremsklotz wirtschaftlichen Wachstums diffamiert werde. Konkret kritisierte Bas politische Ideen, telefonische Krankschreibungen, das Recht auf Teilzeit oder die KostenĂŒbernahme fĂŒr Zahnarztbesuche abzuschaffen. "Das alles ist eine Abrissbirne fĂŒr die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern." Die Union, aus deren Umfeld diese VorschlĂ€ge kamen, erwĂ€hnte Bas nicht.
Klingbeil sagte, in der Regierungskoalition sei mit der Union verabredet, auch die sozialen Sicherungssysteme neu aufzustellen. "Aber was wir nicht zulassen werden als SPD, ist, dass man das auf dem RĂŒcken der BeschĂ€ftigten und der fleiĂigen Menschen in diesem Land macht." Es gehe darum, dass der Sozialstaat effektiver werde, dass Leistungen viel genauer bei den Menschen ankommen.

