ROUNDUP, Spurensuche

Spurensuche nach Sabotage an Stromnetz geht weiter

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 07:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach der Sabotage am Stromnetz in SĂŒdbrandenburg sucht die Polizei vor Ort weiter nach Spuren, um die TĂ€ter ermitteln zu können.

"Das ist ja ein großes Gebiet, was hier sicher abgesucht sein muss", sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) gestern nach der Tat in der NĂ€he des Umspannwerks Turnow-Preilack an der Grenze zu Sachsen. Heute Morgen solle es weitergehen. Es sei bis zum Abend eine zweistellige Zahl an "Vorrichtungen" gefunden worden.

Am Dienstagmorgen hatten Unbekannte versucht, nahe dem Kohlekraftwerk JĂ€nschwalde KurzschlĂŒsse zu erzeugen. "In zwei FĂ€llen ist es gelungen, leitfĂ€higes Material in die Höchstspannungsleitung einzubringen", so der Minister. "In einigen weiteren FĂ€llen ist das glĂŒcklicherweise nicht gelungen."

Klar sei: Es habe sich um ein systematisches Vorgehen gehandelt. ZunÀchst blieb unklar, ob es sich um selbst gebastelte Flugkörper oder hergestellte Raketen handelte.

Bauanleitungen im Internet?

Im Fokus der Ermittler steht nun unter anderem, wie spezialisiert das Wissen der TĂ€ter gewesen ist. "Ob es beispielsweise Bauanleitungen fĂŒr solche GerĂ€te auch im Internet gibt", sagte Redmann. Das sei "kein Kinderstreich" gewesen.

Wer hinter den Angriff steckte, sei noch unklar. "GegenwĂ€rtig laufen die Ermittlungen in alle Richtungen", sagte der Minister. "Wir wissen natĂŒrlich, dass es in der Vergangenheit in der Region insbesondere aus dem linksextremen Spektrum AnschlĂ€ge auf das Stromnetz gab." Genauso wenig könne man ausschließen, "dass fremde MĂ€chte hinter diesem Anschlag stecken oder Dritte, die wir heute noch gar nicht kennen".

Polizei startet Hilfeaufruf fĂŒr die AufklĂ€rung

Laut Netzbetreiber 50Hertz ist der Angriff glimpflich ausgegangen. So gab es durch die Sabotage keinen Stromausfall. "Wir nehmen den Vorfall sehr, sehr ernst, weil die Art und Weise der Tatbegehung natĂŒrlich geeignet gewesen wĂ€re, grĂ¶ĂŸere SchĂ€den zu verursachen", so Redmann.

Die Polizei ruft mögliche Zeuginnen und Zeugen nun dazu auf, sich an der AufklÀrung der Sabotage zu beteiligen. Sie fragt:

* Wer hat die Tat am Morgen des 1. September bemerkt?

* Wer kann Angaben zu möglichen TatverdÀchtigen machen und/oder sie beschreiben?

* Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

In dem Umspannwerk Preilack im Landkreis Spree-Neiße unweit der Landesgrenze zu Sachsen wird der Strom, der im Kraftwerk JĂ€nschwalde erzeugt wird, ĂŒberregional und regional verteilt. Nach Angaben des Energieunternehmens Leag wurde das Kraftwerk JĂ€nschwalde 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet. Ende 2028 sollen alle Kraftwerksblöcke endgĂŒltig stillgelegt werden.

Mehrere AnschlĂ€ge im Großraum Berlin in der Vergangenheit

In den vergangenen Monaten gab es mehrere VorfĂ€lle im Zusammenhang mit der Stromversorgung. Im Januar zĂŒndeten mutmaßlich linksextreme TĂ€ter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im SĂŒdwesten Berlins an. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 GeschĂ€fte und Firmen sowie KrankenhĂ€user und Pflegeheime waren tagelang ohne Strom. Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen sogenannten "Vulkangruppen", die als Ziel den Kampf gegen Kapitalismus angaben.

Im MĂ€rz 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen großen Strommast gelegt, der auch fĂŒr die Versorgung der Tesla-Fabrik US88160R1014 in GrĂŒnheide bei Berlin nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt.

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