Produktion/Absatz, Edelmetalle

Angst vor Trump-Chaos: Privatanleger ziehen Konsequenzen

27.08.2025 - 06:07:57

StÀndige Zolldrohungen und Attacken auf die US-Notenbank Fed: US-PrÀsident Donald Trump hÀlt die Börsen in Atem.

Aus Sorge vor seiner Politik haben viele Privatanleger in Deutschland reagiert. Das zeigt eine reprÀsentative Online-Umfrage des Brokers Tradegate.direct unter rund 2.000 Menschen, die mit Aktien oder Fonds handeln. Der Broker gehört zur Wertpapierbörse Tradegate Exchange, an der die Deutsche Börse DE0005810055 beteiligt ist.

In der Umfrage aus dem Juli gaben gut drei Viertel der Befragten (76,3 Prozent) an, ihr Vertrauen in den US-Aktienmarkt sei wegen der Politik der dortigen Regierung gesunken, bei 46 Prozent davon sogar "deutlich". Ein unverÀndertes Vertrauen haben nur etwa 17 Prozent.

US-Aktien abgestoßen, Gold gekauft

Rund 40 Prozent haben demnach seit Trumps Amtsantritt im Januar in "sichere HĂ€fen" investiert - etwa Gold und andere Edelmetalle (19,3 Prozent) sowie Anleihen (18 Prozent).

Insgesamt 40 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie hĂ€tten als Reaktion auf Trumps Politik ihre Anlagestrategie geĂ€ndert: So haben 15 Prozent nach eigener Aussage US-Aktien verkauft. Gut ein FĂŒnftel (21,6 Prozent) sagte, sie hĂ€tten ihr Portfolio breiter aufgestellt. Knapp vier Prozent verkauften deutsche oder andere europĂ€ische Aktien. 56 Prozent Ă€nderten nichts.

Börsenbeben nach Trumps Zollpaket

Trump hatte mit seiner Zollpolitik gerade im April heftige Börsenturbulenzen ausgelöst. Nach AnkĂŒndigung seines globalen Zollpakets brachen die Kurse ein. Auch danach sorgte der Handelsstreit immer wieder fĂŒr Börsenschwankungen. Inzwischen haben die US-Indizes wieder Rekorde erreicht oder sind kurz davor, auch der deutsche Leitindex Dax DE0008469008 notiert nah an seinem Höchststand.

Attacken auf US-Notenbank

Skepsis gegenĂŒber den US-FinanzmĂ€rkten ist kein PhĂ€nomen bei Privatanlegern allein. So haben die Attacken von Trump auf den Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, Vertrauen auch bei Profiinvestoren gekostet. Erst kĂŒrzlich kĂŒndigte Trump die Entlassung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook an. Der US-Dollar hat deutlich an Wert verloren - der Euro ist gegenĂŒber der WeltleitwĂ€hrung so stark wie seit Jahren nicht.

Zugleich zeigt die Umfrage, dass viele Anleger nicht am US-Aktienmarkt vorbeikommen. So hat demnach mehr als die HĂ€lfte der Befragten weiter US-Werte im Portfolio (57 Prozent) und bei jedem FĂŒnften machen diese den Großteil des Depots aus. Nur ein Viertel gab an, gar keine US-Aktien zu besitzen. Zwar sorge Trumps Politik fĂŒr Unsicherheit, sagt Tradegate-Manager Karsten Haesen. Doch an US-Techwerten fĂŒhre kein Weg vorbei. "Die Dominanz von Unternehmen wie Apple US0378331005, Nvidia US67066G1040 oder Microsoft US5949181045 bleibt bestehen."

@ dpa.de | DE0005810055 PRODUKTION/ABSATZ