Aktien, New

Aktien New York: Nasdaq stark erholt - Microsoft bringt Erleichterung

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 20:03 Uhr | dpa.de

Starke Geschäftsjahreszahlen von Microsoft US5949181045 sorgen am Donnerstag an der Nasdaq-Börse für eine rasante Erholung.

Schnäppchenjäger übernahmen dort das Ruder, denn der Nasdaq 100 US6311011026 konterte eine sechstätige Verluststrecke mit einem Kurssprung um 3,2 Prozent auf 28.053 Punkte. Enttäuschung bei Meta US30303M1027 tat der Begeisterung über den Softwarekonzern keinen Abbruch. Als nächstes dürfte viel an den nachbörslich erwarteten Zahlen von Apple US0378331005 und Amazon US0231351067 liegen.

Außerhalb des Tech-Sektors war der Rückenwind auch spürbar, obwohl der stärker von Standardwerten geprägte Dow Jones Industrial US2605661048 zuletzt eine viel bessere Phase hinter sich hatte als der Nasdaq 100. Er stieg nun um 1,1 Prozent auf 52.144 Zähler. Für den marktbreiten S&P 500 US78378X1072 ging es um 1,5 Prozent auf 7.423 Punkte nach oben.

Der Marktbeobachter Stephen Innes sprach vom "großen Tech-Reset". Investoren hätten wochenlang ihr Engagement reduziert, Portfolios abgesichert und das KI-Thema neu bewertet. Historisch hätten solche Situationen eher in einer Konsolidierung gemündet als in einem Kollaps, doch diese Erfahrung sei jetzt noch kein eindeutiges Kaufsignal. "Der Neustart beendet die KI-Debatte nicht. Er verändert aber die Ausgangslage des Marktes", schrieb der Experte.

Im Fokus stand am Donnerstag auch die Nachlese des jüngsten Zinsentscheids. Nach der fünften Pause in Folge sind Experten längst nicht mehr so überzeugt wie zuvor, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins bei der kommenden Sitzung wirklich erhöhen wird. Die Entwicklungen in Nahost wurden auch weiter kritisch beäugt, galten aber nicht als Kurstreiber. Nicht mehr steigende Ölpreise brachten etwas Erleichterung.

Während Microsoft mit starken Resultaten auf ganzer Linie überzeugte, kam das Zahlenwerk von Meta nebst des Ausblicks des Facebook-Mutterkonzerns bei den Börsianern schlecht an. Entsprechend entwickelten sich die Kurse: Die Microsoft-Titel sprangen um fast 17 Prozent auf den höchsten Stand seit vier Wochen, während Meta um mehr als neun Prozent absackten.

Besonders im Fokus standen in beiden Fällen die von Anlegern derzeit kritisch beäugten KI-Investitionspläne. Von Microsoft kam das Signal, dass diese im Zaum gehalten werden. Dies erleichterte jene Anleger, unter denen zuletzt in der ganzen Branche Sorgen hochgekocht waren, dass die Investitionen überhand nehmen und sich vielleicht nicht rentieren. Meta dagegen hob das untere Ende der bisherigen Investitionsspanne an.

Ein schwacher Ausreißer in der Hardware-Branche waren die Aktien von Qualcomm US7475251036, die unter einem verhaltenen Ausblick des stark mit Smartphones assoziierten Prozessorherstellers litten. Andere Werte aus der Branche zogen mächtig an. Beispiele dafür sind die Titel des Speicherherstellers Sandisk US80004C1018 sowie der Chipkonzerne Micron, Marvell, Intel und AMD, die im Größenbereich von 11 bis 24 Prozent zulegten.

Gute Nachrichten für die Chipbranche brachte auch der Branchenausrüster Lam Research US5128073062 mit, was dessen Kurs um 17,5 Prozent nach oben hievte. Tammy Qiu von der Berenberg Bank lobte einen "beeindruckenden Ausblick" des Unternehmens, das laut Blayne Curtis von Jefferies andere Ausrüsteraktien in den Schatten stellt.

Nachbörslich rücken am Donnerstag gleich die nächsten Resultate näher, die für den Tech-Sektor erneut Signalwirkung haben dürften. Die zuletzt auf Rekordniveau angekommenen Apple-Aktien litten davor unter Gewinnmitnahmen, während sich Amazon mit dem starken Tech-Branchenumfeld davon erholten, dass sie zuletzt dem tiefsten Stand seit April nahe waren.

Außerhalb des Tech-Sektors war Baxter US0718131099 ein sehr begehrter Wert. Der Kurssprung, der im frühen Handel bis zu 21 Prozent groß war, verringerte sich aber zuletzt auf weniger als sieben Prozent. Bei der 30-Dollar-Marke trafen die Titel auf einen Widerstand. Am Markt hieß es, der Gewinnausblick des Medizintechnik- und Pharmakonzerns liege über den Erwartungen.

de | boerse | 69902017 |