New York Schluss: Rekordjagd an den US-Börsen geht weiter
02.02.2024 - 22:52:30Sogar der ausgesprochen starke Arbeitsmarkt im Januar wurde zu guter Letzt positiv fĂŒr Aktien interpretiert. Der Bericht setze ein Fragezeichen hinter das Narrativ einer 'sanften Landung', sagte ein Marktexperte. Die aktuellen Jobdaten machten vielmehr deutlich, dass die Wirtschaft auf Hochtouren laufe. Auch wenn eine Zinssenkung bereits im MĂ€rz angesichts dieser Daten nochmals unwahrscheinlicher sein dĂŒrfte und auch ein erster Schritt im Mai eher unsicher, stĂ€rkten die Daten die Aussicht auf solide Unternehmensgewinne, hieĂ es.
Alle drei wichtigen US-Indizes erklommen Bestmarken. Der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial US2605661048 steuert inzwischen auf die Marke von 39 000 Punkte zu, zeitweise stieg er bis knapp unter 38 800 Punkte. Mit einem Aufschlag von 0,35 Prozent auf 38 654,42 Punkte ging er aus dem Tag. Sein Wochenplus betrÀgt damit 1,4 Prozent.
Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 bewegt sich auf die Marke von 5000 Punkten zu und schloss mit plus 1,07 Prozent auf 4958,61 Punkte. Der ebenfalls zeitweise auf ein Rekordhoch gestiegene Nasdaq 100 US6311011026 beendete den Handel 1,72 Prozent höher auf 17 642,73 ZÀhler. Sein Wochengewinn belÀuft sich damit auf 1,3 Prozent.
Die US-Wirtschaft schuf im Januar weitaus mehr Stellen als erwartet. Zudem handelt es sich um den stĂ€rksten Stellenanstieg seit einem Jahr. AuĂerdem legten die von der US-Notenbank Fed wegen der Inflation stark beachteten Stundenlöhne weitaus stĂ€rker zu als erwartet.
Unternehmensseitig gehörte die groĂe BĂŒhne an diesem Freitag den Techwerten, und unter diesen vor allem den Schwergewichten Meta US30303M1027 und Amazon US0231351067. Meta stachen nach starken Zahlen mit einer Rekordrally und einem Kursplus von letztlich 20,3 Prozent im Nasdaq 100 besonders hervor. Das sechstwertvollste Unternehmen an der US-Börse baute seinen Börsenwert damit an nur einem Tag um fast 200 Milliarden US-Dollar aus. Solch einen deutlichen Wertzuwachs gab es bisher noch nie. Die bisherigen RekordtrĂ€ger Apple und Amazon hatten 2022 an einem einzigen Tag ihren Wert um 190 Milliarden Dollar gesteigert
Das WerbegeschĂ€ft der Facebook- und Instagram-Mutter brummt und auch der Ausblick ĂŒberzeugte. Obendrein wird den AktionĂ€ren erstmals eine Dividende gezahlt. Analysten wie die von JPMorgan und Barclays bekrĂ€ftigten ihre Kaufempfehlung fĂŒr Meta und hoben ihre Kursziele an.
An zweiter Stelle im Index legte das Papier des Online-Handelsriesen Amazon um 7,9 Prozent zu. Zeitweise war er am Freitag erstmals seit 2022 wieder mehr wert gewesen als die Google-Mutter Alphabet US02079K1079. Zu Börsenschluss war die Marktkapitalisierung beider Unternehmen dann ausgeglichen. Analyst Ross Sandler von Barclays nannte Amazon seine Lieblingsaktie unter den Mega-Schwergewichten. Dabei verwies er auf die Beschleunigung der UmsĂ€tze in der Cloud-Sparte AWS, des Auftragsbestands und des Wachstums im Einzelhandelsbereich. Zudem stiegen die Margen und die Stimmung im Bereich KĂŒnstliche Intelligenz verbessere sich zunehmend, schrieb er.
Die Quartalsbilanz des iPhone-Herstellers Apple US0378331005 hingegen sorgte fĂŒr lange Gesichter. Hier wogen China-Sorgen und ein etwas enttĂ€uschender Ausblick schwerer als das ĂŒberraschend gut verlaufene Weihnachtsquartal. Entsprechend zĂ€hlte der Anteilschein von Apple im Nasdaq und im Dow mit minus 0,5 Prozent zu den schwĂ€cheren Werten.
An der Dow-Spitze legte die Aktie des Ălriesen Chevron US1667641005 nach Zahlen und der Aussicht auf eine höhere Dividende um 2,9 Prozent zu. Wettbewerber Exxonmobil US30231G1022 meldete durchwachsene Zahlen, was der Aktie im S&P 100 US78380F1021 letztlich ein Minus von 0,4 Prozent einbrockte.
Das Papier des Pharmaunternehmen Bristol Myers Squibb US1101221083 zeigte sich nach der Vorlage von Zahlen nahezu unverĂ€ndert, wĂ€hrend es fĂŒr die Aktie des Schuhherstellers Skechers US8305661055 um 10,3 Prozent abwĂ€rts ging. Amer Sports KYG0260P1028, deren Börsengang am Vortag nicht ĂŒberzeugte, legten nun um 11,6 Prozent zu.
Der Euro EU0009652759 geriet nach den robusten US-Jobdaten unter Druck und wurde zuletzt mit 1,0793 Dollar gehandelt. Die EuropÀische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor in Frankfurt auf 1,0883 (Donnerstag: 1,0814) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9188 (0,9247) Euro.
Am US-Rentenmarkt fiel der Terminkontrakt fĂŒr zehnjĂ€hrige Staatsanleihen (T-Note-Future) zuletzt um 1,04 Prozent auf 111,72 Punkte. Die Rendite stieg im Gegenzug auf 4,03 Prozent./ck/he
--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---

