Stellantis Aktie: Brampton-Plan gescheitert!
20.04.2026 - 03:55:16 | boerse-global.deStellantis wollte sein brachliegendes Werk in Brampton, Kanada, mit chinesischer Technologie wiederbeleben. Das ist vorerst gescheitert â und das Scheitern wirft Fragen auf, die weit ĂŒber eine einzelne Fabrik hinausgehen.
Zu wenig Jobs, zu viele Zölle
Der Plan sah vor, Elektrofahrzeuge des chinesischen Partners Leapmotor in Brampton zu montieren â auf Basis sogenannter Semi-Knocked-Down-BausĂ€tze, also vormontierten Fahrzeugkomponenten aus China. Doch weder die kanadische Regierung noch die Gewerkschaft Unifor lieĂen sich ĂŒberzeugen.
Der Kern des Problems: Das Projekt hĂ€tte zwischen 200 und 300 ArbeitsplĂ€tze geschaffen. Zuvor waren am Standort rund 3.000 Menschen beschĂ€ftigt. FĂŒr Unifor war das keine akzeptable Grundlage. Hinzu kamen offene Fragen zu Handelshemmnissen und möglichen Strafzöllen auf Fahrzeuge, die aus importierten Kits zusammengesetzt werden â ein strukturelles Problem, das Stellantis mit dem Leapmotor-Modell in Nordamerika noch nicht gelöst hat.
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Globale Lieferungen legen zu
WĂ€hrend der Brampton-RĂŒckschlag schmerzt, zeigt das operative GeschĂ€ft eine andere Seite. Im ersten Quartal 2026 lieferte Stellantis weltweit rund 1,4 Millionen Fahrzeuge aus â ein Plus von zwölf Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark lief Nordamerika mit einem Zuwachs von 17 Prozent, getragen von Ram-1500-Pickups und verschiedenen Jeep-Modellen.
Das zeigt: Das KerngeschÀft funktioniert, auch wenn einzelne Strategieprojekte ins Stocken geraten.
Aktie erholt sich, bleibt aber unter Druck
An der Börse spiegelt sich die gemischte Lage wider. Der Kurs liegt bei 7,33 Euro und hat sich vom Jahrestief bei 5,50 Euro deutlich erholt â allein in den vergangenen 30 Tagen um gut ein Drittel. Seit Jahresbeginn steht aber noch ein Minus von fast 25 Prozent zu Buche.
Die vollstĂ€ndigen Quartalszahlen sollen in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Dann dĂŒrfte klarer werden, wie Stellantis die Leapmotor-Strategie fĂŒr Nordamerika neu justiert â und ob das Unternehmen einen alternativen Weg findet, den Standort Brampton oder vergleichbare KapazitĂ€ten sinnvoll zu nutzen.
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