Sturm und GAK einigen sich mit Graz auf Stadion-Zukunft
22.01.2026 - 19:26:12Nach langen Verhandlungen haben Stadt Graz, SK Sturm Graz und GAK einen Durchbruch erzielt. Sie verfolgen nun gemeinsam ein Konzept für den umfassenden Ausbau des Stadions Liebenau. Die Realisierung des Millionenprojekts hängt nun entscheidend vom Land Steiermark ab.
Öffentliches Eigentum, private Vermarktung
Kern der Einigung ist ein hybrides Modell: Die Stadt und das Land sollen als öffentliche Eigentümer die Modernisierung finanzieren. Die Vereine Sturm und GAK pachten die Arena dann über eine gemeinsame Betriebsgesellschaft.
Dieses Modell überträgt den Klubs umfassende Nutzungs- und Verwertungsrechte. Dazu zählen:
* Einnahmen aus allen Veranstaltungen
* Schank- und Namensrechte
* Kontrolle über Vermarktung und Eventorganisation
Die Vereine erhalten so mehr unternehmerische Freiheit und Einnahmequellen, während die öffentliche Hand die Infrastruktur kontrolliert.
Bis zu 70 Millionen für Champions-League-Tauglichkeit
Das Investitionsvolumen für die Großvariante liegt bei 60 bis 70 Millionen Euro. Die Pläne sind ambitioniert:
* Erhöhung der Kapazität auf rund 20.000 Plätze, unter anderem durch Absenkung des Spielfelds.
* Herstellung der vollen Champions-League-Tauglichkeit durch Ausbau der Hospitality-Bereiche.
* Komplette Erneuerung der veralteten Stadiontechnik und Neugestaltung des Vorplatzes.
Sollte das Land Steiermark nicht einsteigen, bleibt nur eine Notlösung. Die Stadt würde dann allein etwa 30 Millionen Euro in eine reine Bestandssicherung investieren.
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Land Steiermark als entscheidender Geldgeber
Der jetzigen Einigung ging ein Machtkampf voraus. Noch vor einer Woche hatten die Vereine ein eigenes Modell mit 20 Millionen Euro Eigenbeteiligung vorgeschlagen. Die Stadt lehnte dies aus rechtlichen Bedenken ab – es könnte gegen Subventions- und EU-Beihilfenrecht verstoßen.
Der nun gefundene Kompromiss gilt als rechtssicher. Doch er steht auf wackeligen Beinen: Eine substanzielle Finanzspritze des Landes Steiermark ist unabdingbar. In der kommenden Woche beginnen die entscheidenden Gespräche. Die Stadt erhofft sich vom Land nicht nur eine Kostenbeteiligung am Bau, sondern auch eine dauerhafte Teilung der Betriebskosten.
Politischer Zeitdruck treibt Planung voran
Die Grazer Rathauskoalition will die Stadionfrage noch vor den nächsten Gemeinderatswahlen klären. Dieser politische Wille sorgt für einen straffen Fahrplan.
Bei einem Ja des Landes könnte der Gemeinderat bereits im Februar einen Grundsatzbeschluss fassen. Die Detailplanung würde dann bis Mai laufen, um einen finalen Planungsbeschluss zu ermöglichen. Gelingt dieser Zeitplan, könnte nach Jahren des Stillstands endlich der Spatenstich für eine neue Ära des Grazer Fußballs folgen.


