ARD-Chef will mit Verlegern Frieden schlieĂen
16.10.2024 - 12:29:11(Neu: Details)
STUTTGART (dpa-AFX) - ARD-Chef Kai Gniffke schlĂ€gt kurz vor einem wichtigen LĂ€ndertreffen zur Rundfunkreform eine Selbstverpflichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vor, die das GeschĂ€ft von Zeitungen stĂŒtzen soll. Im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur erneuerte er zugleich seine Zuversicht, dass die MinisterprĂ€sidenten in der nĂ€chsten Woche die Rundfunkreform beschlieĂen - inklusive Entscheidung zur Höhe des Rundfunkbeitrags, die schon lĂ€nger unter den LĂ€ndern strittig ist. Es geht um eine Erhöhung um 58 Cent auf 18,94 Euro monatlich.
Gniffke, der auch Intendant des SĂŒdwestrundfunks (SWR) ist, sagte der dpa ĂŒber eine mögliche Selbstverpflichtung: "Wir reden ĂŒber eine gemeinsame SelbstverpflichtungserklĂ€rung von ARD, ZDF und Deutschlandradio." Der 63-JĂ€hrige erlĂ€uterte: "Es könnte ein Game-Changer sein, wenn wir uns verpflichten, zu sagen: Die BezugsgröĂe fĂŒr die ĂberprĂŒfung, ob etwas presseĂ€hnlich ist, ist nicht mehr das Gesamtangebot, sondern jedes Teilangebot, also jede einzelne App."
Innerhalb der ARD gibt es dazu noch keine Entscheidung unter den Intendantinnen und Intendanten: An einer solchen Selbstverpflichtung werde derzeit intensiv gearbeitet. Gniffke sagte: "Das muss auf jeden Fall Hand und Fuà haben, ein Schnellschuss nutzt keinem. Aber die Zeit lÀuft ab. Insofern ist das keine Sache mehr, die jetzt noch eine Woche Zeit hat, sondern das muss jetzt in wenigen Tagen passieren."
Die BundeslĂ€nder, die fĂŒr Medienpolitik zustĂ€ndig sind, legen in Staatsvertragsregeln fest, wie sich Rundfunk mit Schwerpunkt Bewegtbild und Audio von PressehĂ€usern, die ihren Fokus auf Text legen, abzugrenzen hat. Das soll helfen, dass sich die Medienbereiche wirtschaftlich gesehen nicht zu sehr in die Quere kommen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird von RundfunkbeitrĂ€gen, die Haushalte und Firmen zahlen, finanziert. PressehĂ€user sind private Wirtschaftsunternehmen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Streit darum, ob die ARD zu viel Text im Internet anbietet. Es geht um den Begriff der PresseĂ€hnlichkeit. Aktuell lĂ€uft etwa ein Streit vor Gericht zwischen Verlagen und dem SWR um eine Nachrichten-App fĂŒr junge Leute ("Newszone")./gö/rin/DP/ngu

