Südkorea gründet KI-Datenschutz-Rat für autonome Systeme
06.02.2026 - 03:39:12Südkorea reagiert mit einem neuen Expertengremium auf die Datenschutz-Herausforderungen durch eigenständig agierende KI-Systeme. Der „KI-Datenschutz-Rat 2026“ soll Regeln für Agenten-KI und physische KI entwickeln.
Die Regierung in Seoul vollzieht damit einen strategischen Schwenk. Statt nur die Datensammlung für das Training von KI-Modellen zu regulieren, konzentriert man sich nun auf die „komplexen Risiken“ im laufenden Betrieb fortschrittlicher KI. Diese kann eigenständig Daten sammeln, Schlüsse ziehen und handeln – von digitalen Assistenten bis zu Robotern. Der Rat aus 37 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wird direkt die nationale Politik beeinflussen.
Vom Daten- zum Risikomanagement
Bisherige Datenschutzgesetze sind oft überfordert, wenn KI-Agenten eigenständig personenbezogene Daten verarbeiten. Der neue Rat, einberufen von der Personal Information Protection Commission (PIPC), soll hier Abhilfe schaffen. Seine Arbeit ist eng mit dem wegweisenden KI-Basisgesetz verknüpft, das 2026 in Kraft tritt.
„Die Methoden der Datenverarbeitung haben sich radikal verändert“, so die Einschätzung der Behörden. Sie reichen nun von einfacher Ein- und Ausgabe bis zu Echtzeit-Verbindungen, Inferenz und Ausführung. Auf der Eröffnungsveranstaltung am 2. Februar betonte ein KAIST-Professor die Dringlichkeit, den Fluss personenbezogener Daten in KI-Agenten-Umgebungen zu regeln.
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Drei Arbeitsgruppen für klare Regeln
Um eine ausgewogene Herangehensweise zu gewährleisten, wird der Rat gemeinsam von der PIPC-Vorsitzenden Song Kyung-hee und einem Richter geleitet. Die konkrete Arbeit gliedert sich in drei Kernteams:
- Datenverarbeitungsstandards: Diese Gruppe definiert, wie neue KI-Systeme personenbezogene Informationen rechtmäßig handhaben und klassifizieren können.
- Risikomanagement: Hier werden Schwachstellen in Algorithmen und Betriebsrisiken identifiziert. Man erforscht auch Methoden wie „KI-Datenschutz-Red-Teaming“, bei dem gezielt Angriffe simuliert werden, um Lücken aufzudecken.
- Rechte der Betroffenen: Dieses Team arbeitet an Mechanismen, damit Bürger in einer Welt automatisierter Entscheidungen wirksame Kontrollrechte und Beschwerdemöglichkeiten behalten.
Die Ergebnisse werden mit anderen Schlüsselgremien wie dem Nationalen KI-Strategieausschuss geteilt, um eine kohärente Politik zu gewährleisten.
Südkorea als Vorreiter in der KI-Governance
Mit diesem Schritt positioniert sich Südkorea an der Spitze der Nationen, die aktiv Regeln für eine Zukunft mit autonomen Systemen gestalten. Analysten sehen darin einen strategischen Schachzug, um öffentliches Vertrauen aufzubauen, ohne die Innovationsdynamik der heimischen Tech-Branche ersticken.
Das hybride Governance-Modell aus Regulierern, Richtern und Industrievertretern könnte internationale Standards für eine demokratische und innovationsfreundliche KI-Ethik beeinflussen. Die Fokussierung auf Agenten-KI adressiert dabei eine Technologiefront, mit der sich globale Aufsichtsbehörden gerade erst auseinandersetzen.
Ambitionierter Zeitplan für erste Leitlinien
Der Rat will schnell handeln. Zu seinen ersten Aufgaben gehört die Erstellung spezifischer Verarbeitungsstandards für Agenten-KI bis Juni 2026. Parallel wird an der „Red-Teaming“-Methodik geforscht. Bereits im März soll eine allgemeine „Schutzregel für KI-Nutzerdaten“ veröffentlicht werden.
Die Arbeit des Gremiums wird weltweit aufmerksam verfolgt. Sein Erfolg wird davon abhängen, ob es ein klares, vorhersehbares und anpassungsfähiges Rahmenwerk schafft. Es muss die Grundrechte der Bürger schützen und gleichzeitig einem der dynamischsten KI-Märkte der Welt weiteres Wachstum ermöglichen.
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