Target, Aktie

Target Aktie: Dividende steigt, Governance bleibt umstritten

11.06.2026 - 13:33:09 | boerse-global.de

Target erhöht die Dividende zum 55. Mal in Folge, wĂ€hrend AktionĂ€re auf der Hauptversammlung ĂŒber die FĂŒhrungsstruktur debattieren.

Target Aktie: Dividendenrekord bei 55 Jahren, aber Governance-Streit
Target - Ein stilisiertes Bullseye-Ziel mit einem leicht nach oben zeigenden Pfeil und verschwommenen, abstrakten Elementen im Hintergrund. 11.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Target zahlt seit fast sechs Jahrzehnten ununterbrochen Dividende — und erhöht sie jedes Jahr. Dass die AktionĂ€re auf der diesjĂ€hrigen Hauptversammlung dennoch unruhig waren, zeigt, wie tief die Spannungen rund um FĂŒhrungsstruktur und Strategie sitzen.

55 Jahre Dividendenerhöhung in Folge

Der Verwaltungsrat hat eine Quartalsdividende von 1,16 Dollar je Aktie beschlossen — ein Plus von 1,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorquartal. Zahlbar ist sie am 1. September 2026 an AktionĂ€re, die am 12. August im Register stehen. Es wird die 236. Dividende in Folge sein, seit Target 1967 an die Börse ging. Mit dieser Anhebung reiht sich 2026 als 55. Jahr in ununterbrochener Erhöhungsfolge ein — ein Signal, das einige Investoren explizit als StabilitĂ€tsanker werten.

Machtkampf um den Boardroom

Auf der Hauptversammlung am Mittwoch war die Dividende allerdings nicht das bestimmende Thema. AktionĂ€re stimmten gegen einen Antrag, die Rollen von Board-Vorsitz und UnternehmensfĂŒhrung zu trennen. Das Ergebnis bedeutet: Brian Cornell, langjĂ€hriger CEO, bleibt als Executive Chairman mit operativer Aufsichtsfunktion ĂŒber seinen Nachfolger Michael Fiddelke.

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FĂŒr Kritiker ist diese Konstruktion das Kernproblem. Unter Cornell geriet Target in Schwierigkeiten — Sortimentsfehler, der RĂŒckzug aus DEI-Initiativen und der Verlust von rund der HĂ€lfte des Börsenwerts seit 2021. Dass er nun als Aufseher seines eigenen Nachfolgers fungiert, werten manche Investoren als strukturellen Interessenkonflikt. Kein Wunder, dass der Trennungsantrag ĂŒberhaupt auf die Tagesordnung gelangte.

Fiddelke, seit Februar im Amt, versucht gegenzusteuern. Er investiert in diesem Jahr zwei Milliarden Dollar in bessere WarenbestĂ€nde und schĂ€rft die Preisstruktur, um mit Walmart, Amazon und Discountern konkurrenzfĂ€higer zu werden. Daneben scheiterten zwei weitere AktionĂ€rsantrĂ€ge — zu Pestizid-Berichten bei Eigenmarken sowie zur Reduktion von MikrofasereintrĂ€gen aus Target-Produkten. Alle Direktorenposten wurden regulĂ€r bestĂ€tigt.

Das makroökonomische Umfeld bleibt fĂŒr den EinzelhĂ€ndler herausfordernd. Konsumenten orientieren sich zunehmend am Preis, und Target warnte zuletzt selbst vor anhaltend gedrĂŒckter Nachfrage. Ob Fiddelkes Investitionsprogramm die nötige Wende bringt, wird sich spĂ€testens im nĂ€chsten Quartalsbericht zeigen.

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