AKTIE IM FOKUS: Weiterer Bodenbildungsversuch bei Carl Zeiss nach Jahreszahlen
11.12.2025 - 12:00:55 | dpa.deJPMorgan wies wegen ebenfalls mitgeteilter negativer Neuigkeiten zudem auf immense Leerverkaufspositionen hin. Diese heizten den Kursanstieg zusÀtzlich an, hieà es.
Nach einem Kursplus im frĂŒhen Handel von fast 9 Prozent kam die Aktie zuletzt deutlich zurĂŒck und legte zuletzt um 1,3 Prozent auf 43,38 Euro zu. Damit setzte sie ihren Bodenbildungsversuch nach dem Acht-Jahres-Tief am Montag bei unter 40 Euro fort. Zum Wochenstart hatte die Nachricht ĂŒber die Trennung von Vorstandschef (CEO) Maximilian Foerst schwer belastet. Der erst im Mai zum CEO ernannte Foerst, der innerhalb des Konzerns zuvor China-Chef gewesen war, hatte einen VerstoĂ gegen interne Verhaltensregeln eingerĂ€umt.
Im bisherigen Jahresverlauf steht fĂŒr das Zeiss-Papier aktuell ein minus von rund 5 Prozent zu Buche, wĂ€hrend der MDax DE0008467416 zugleich um 16 Prozent zugelegt hat. Das Rekordhoch der Aktie aus dem Corona-Jahr 2021 bei etwas ĂŒber 200 Euro ist lĂ€ngst nur noch ein ferner Traum.
Analysten sprachen von soliden Jahreszahlen und hoben hervor, dass beide GeschĂ€ftsbereiche dazu beigetragen hĂ€tten. Umsatz und operatives Ergebnis hĂ€tten im vierten Quartal ĂŒber den Konsensprognosen gelegen, was sowohl auf die StĂ€rke der Ophthalmology-Sparte als auch der Microsurgery-Sparte zurĂŒckzufĂŒhren sei, schrieb etwa Jack Reynolds-Clark von der kanadischen Bank RBC. Zudem sei der Auftragsbestand fĂŒr das neue Jahr stark. Negativ wertete er jedoch die Prognose ĂŒber hohe einmalige Aufwendungen sowie den neu zu besetzenden Chefposten.
Analyst David Adlington von JPMorgan sieht mit Blick auf das Zahlenwerk sowohl Stoff fĂŒr Optimisten als auch fĂŒr Pessimisten. Die einen dĂŒrften ihren Fokus auf die verbesserte Umsatzdynamik und einen besseren Auftragsbestand legen, die anderen auf die im Jahresvergleich gesunkenen Margen schauen oder den erneuten Chef-Wechsel sowie den verschobenen Kapitalmarkttag.
Die vor allem in den frĂŒhen Handelsstunden positive Kursreaktion begrĂŒndet Adlington aber auch mit hohen Leerverkaufspositionen. Auf kurze Sicht spreche inzwischen nichts mehr fĂŒr weiter fallende Kurse, schrieb er. Auf diese aber spekulieren sogenannte LeerverkĂ€ufer, die sich Aktien nur leihen, in der Hoffnung, sie zu einem spĂ€teren Zeitpunkt gĂŒnstiger zurĂŒckkaufen zu können. Trifft dies jedoch nicht ein, sind sie gezwungen, ihre Positionen glattzustellen, um noch gröĂere Verluste zu vermeiden.
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