Telecom, Italia

Telecom Italia Aktie: 0,0488% Annahmequote nach Start

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Poste Italianes Übernahmeangebot für TIM startet verhalten. Nur 0,05 Prozent der Aktien angedient, während die Frist bis September läuft.

Poste Italiane: Milliarden-Offerte für TIM in entscheidender Phase
Abstrakte Darstellung moderner Telekommunikationsinfrastruktur mit Glasfaserleitungen und Lichteffekten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das öffentliche Tauschangebot (OPAS) von Poste Italiane für den Telekommunikationskonzern Telecom Italia (TIM) ist in seine entscheidende Phase eingetreten. Seit dem Start der Annahmefrist am vergangenen Dienstag wurden erst 0,0488 Prozent der TIM-Stammaktien angedient, was 832.748 Anteilen entspricht. Das ambitionierte Vorhaben sieht vor, einen nationalen Champion mit einem kombinierten Umsatz von rund 27 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis (EBIT) von 4,8 Milliarden Euro zu schaffen.

Details zur Milliarden-Offerte

Das Angebot von Poste Italiane hat ein Gesamtvolumen von 13,4 Milliarden Euro und besteht aus einer kombinierten Offerte aus Barzahlungen und Poste-Aktien. Um erfolgreich zu sein, hat der Bieter eine Mindestannahmeschwelle von 66,67 Prozent der Telecom-Italia-Stammaktien festgelegt. Die Frist für die Aktionäre endet am 11. September.

Unterstützt wird das Vorhaben durch die jüngsten Geschäftszahlen von Poste Italiane. Das Unternehmen meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Rekordgewinn von 1,2 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. CEO Del Fante betonte im Rahmen der Zahlenvorlage die Bedeutung der Integration. Ein neuer Industrieplan für das fusionierte Unternehmen wird für das erste Quartal 2027 erwartet. In der Zwischenzeit treibt Poste die interne Reorganisation voran, wozu auch die Verschmelzung von PostePay in BancoPosta bis Ende dieses Jahres gehört.

Operative Anpassungen und Preisstrategie

Während die Übernahmegespräche den Markt dominieren, treibt Telecom Italia operative Veränderungen voran. Das Unternehmen hat den Dienst „WiFi Priority“ gestartet, der Kunden gegen eine monatliche Gebühr von 5 Euro eine bevorzugte Datenübertragung im Glasfasernetz ermöglicht. Für Oktober ist zudem die Einführung eines „5G Priority“-Dienstes für Großveranstaltungen geplant. Parallel dazu erhöht der Konzern die Preise für die papierhafte Rechnung im Festnetzbereich ab Oktober von 4,95 Euro auf 5,99 Euro pro Monat.

Die Preisstrategie erfolgt vor dem Hintergrund eines stabilen, aber unter Druck stehenden durchschnittlichen Umsatzes pro Nutzer (ARPU). Medienberichten zufolge lag der ARPU im italienischen Mobilfunkmarkt im vergangenen Jahr bei rund 125,60 Euro. Telecom Italia konnte durch selektive Preisanpassungen bei etwa 4,1 Millionen Mobilfunkkunden eine leichte Steigerung des ARPU um 0,4 Prozent erzielen. Im Breitbandbereich sind die Preise seit 2020 bereits um etwa 21 Prozent gestiegen, wobei eine Entscheidung der Regulierungsbehörde Agcom über mögliche Erhöhungen der Wholesale-Tarife für Fibercop noch aussteht.

Marktreaktion und Ausblick

An der Börse reagierte der Wert zuletzt mit Abschlägen auf das Marktumfeld und den verhaltenen Start der Übernahmefrist. Die Aktie verlor am Freitag 2,67 Prozent und schloss bei 7,33 Euro. Damit beläuft sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens aktuell auf 15,95 Milliarden Euro. Neben dem Übernahmeangebot belasten juristische Rückschläge die Stimmung: Der Staatsrat annullierte kürzlich eine Vereinbarung mit der Stadt Mailand über den Austausch von 468 Telefonkabinen gegen digitale Stationen und forderte eine öffentliche Ausschreibung.

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den morgigen Montag. Dann wird die brasilianische Tochtergesellschaft TIM S.A. nach US-Börsenschluss ihre Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorlegen. Analysten erwarten dort einen Gewinn je Aktie von 0,4305 US-Dollar bei einem Umsatz von rund 1,36 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen könnten Aufschluss über die Dynamik im internationalen Geschäft geben, während in Italien die Frist für das Poste-Angebot weiterläuft.

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