Telekom und NVIDIA eröffnen erste Münchner KI-Fabrik
07.02.2026 - 16:39:12Die Deutsche Telekom und NVIDIA haben diese Woche die erste KI-Fabrik Münchens im Tucherpark in Betrieb genommen. Das hochmoderne Rechenzentrum namens „Industrial AI Cloud“ soll Europas digitale Unabhängigkeit stärken und etabliert die Stadt als zentralen KI-Knotenpunkt. Betrieben wird die Anlage vom Spezialisten Polarise, mit der Telekom als wichtigstem Ankernutzer.
Rechenpower für Europas Industrie
Das Herzstück der Fabrik bilden rund 10.000 moderne Grafikprozessoren (GPUs) von NVIDIA. Diese enorme Rechenleistung ist speziell für KI-Anwendungen wie das Training komplexer Modelle oder umfangreiche Simulationen ausgelegt. Branchen wie Maschinenbau, Robotik und Fertigung sollen so ihre Daten vor Ort und sicher verarbeiten können – eine direkte Antwort auf die Sorge vor dem Abfluss sensibler Daten an außereuropäische Cloud-Anbieter.
Die Nachfrage ist bereits groß: Noch vor der offiziellen Eröffnung war die Anlage zu über einem Drittel ausgelastet. Zu den ersten Kunden zählen der Münchner Robotikspezialist Agile Robots und das Simulationsunternehmen PhysicsX.
Seit August 2024 gelten neue EU-Regeln für KI-Systeme – viele Unternehmen unterschätzen die Pflichten zur Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und Dokumentation. Gerade wer industrielle KI‑Systeme betreibt oder Rechenkapazitäten wie in der neuen Münchner Fabrik nutzt, sollte die Anforderungen der KI-Verordnung kennen, um Risiken und mögliche Strafen zu vermeiden. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten für Entwickler und Anwender gelten und welche Fristen jetzt wichtig sind. Jetzt kostenlosen KI-Leitfaden herunterladen
Schnellbau im Untergrund und nachhaltige Kühlung
Umsetzungsgeschwindigkeit war ein entscheidender Faktor. Von der Ankündigung bis zur Inbetriebnahme vergingen nur wenige Monate. Möglich machte dies die Nutzung eines modernisierten, ehemaligen Rechenzentrums der HypoVereinsbank, das sich über sechs unterirdische Geschosse erstreckt.
Auch in Sachen Nachhaltigkeit setzt das Projekt Maßstäbe:
* Ein innovatives Kühlkonzept nutzt das kalte Wasser des angrenzenden Eisbachs.
* Perspektivisch soll die Abwärme der Server in das Energienetz des gesamten neuen Stadtquartiers „Eisbachviertel“ eingespeist werden.
Katalysator für den Standort München
Die Ansiedlung ist kein Zufall, sondern festigt Münchens Ruf als führender KI-Hotspot in Europa. Die Region profitiert von einer engen Vernetzung exzellenter Forschung, großer Technologiekonzerne und einer lebendigen Startup-Szene mit über 130 KI-Firmen.
Die neue Infrastruktur wirkt nun als Katalysator. Sie gibt der dynamischen Szene die nötige Power, um von der Forschung in die industrielle Anwendung zu skalieren. Kooperationen der Telekom mit Partnern wie SAP und Siemens sollen ein komplettes Technologiepaket von der Rechenleistung bis zur Softwarelösung schaffen.
Die Betreiber planen bereits die Erweiterung. Die Kapazität soll schrittweise auf bis zu 15 Megawatt erhöht werden, um der erwarteten Nachfrage gerecht zu werden. Für den Tucherpark bedeutet die KI-Fabrik eine erhebliche Aufwertung und zeigt schon heute, wie in München die Zukunft der Arbeit und Technologie gestaltet wird.


