Terre des Hommes Deutschland e.V. / Terre des Hommes Jahresbilanz 2025 / ...
Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 11:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Arbeit der internationalen Kinderrechtsorganisation geht weiter, allerdings mit weniger Mitteln und unter verschÀrften Bedingungen in zahlreichen LÀndern.
"Mehr Konflikte und Krisen in der Welt, mehr Kinder und Jugendliche, die dringend UnterstĂŒtzung brauchen - und zugleich immer weniger Geld fĂŒr die Projektarbeit: So lĂ€sst sich das Rahmenumfeld der entwicklungspolitischen und humanitĂ€ren Arbeit im Jahr 2025 zusammenfassen", resĂŒmiert Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes Deutschland.
Zwar erzielte die Kinderrechtsorganisation mit 27.653.319 Euro das drittbeste Spendenergebnis ihrer Geschichte; im Vergleich zum Vorjahr (2024: 30.891.222 Euro) gingen die Spenden jedoch zurĂŒck. Parallel dazu sanken die Kofinanzierungen aus öffentlichen Mitteln auf 17.633.047 Euro (2024: 19.453.218 Euro).
Diese Entwicklung ist kein Einzelfall: Der Etat des Bundes fĂŒr Entwicklungszusammenarbeit und humanitĂ€re Hilfe wurde seit 2022 um rund ein Drittel gekĂŒrzt. Auch die privaten Spenden in Deutschland sind rĂŒcklĂ€ufig und erreichten 2025 den niedrigsten Stand seit 2013 - insbesondere fĂŒr Projekte im Ausland (minus 10 Prozent).
"Heute wĂ€chst jedes fĂŒnfte Kind in Kriegs- oder Krisengebieten auf, das sind 520 Millionen Kinder weltweit", so Hofert. "Gleichzeitig hat der im letzten Jahr tatsĂ€chlich eingetretene Kahlschlag der Entwicklungsgelder der USA und anderer Geber viele humanitĂ€re Organisationen gezwungen, ihre Hilfe zurĂŒckzufahren."
Trotz dieser Entwicklung konnte Terre des Hommes die UnterstĂŒtzung seiner Partnerorganisationen bislang aufrechterhalten: 396 Projekte in 47 LĂ€ndern wurden 2025 gefördert. Schwerpunkte lagen in SĂŒdasien (95 Projekte), Lateinamerika (93), Afrika (80), SĂŒdostasien (57), Europa (49) sowie im Nahen Osten und Nordafrika (22). Im Fokus standen insbesondere Bildung und Ausbildung, UnterstĂŒtzung fĂŒr Kinder auf der Flucht sowie das Recht auf eine gesunde Umwelt.
"Als Organisation stemmen wir uns den Negativtrends in der Entwicklungsfinanzierung bisher erfolgreich entgegen", betont Hofert. "Aber die RealitÀt ist: Der Bedarf wÀchst schneller als unsere Möglichkeiten."
Terre des Hommes fordert deshalb eine klare politische Kurskorrektur: Die Entwicklungszusammenarbeit und humanitĂ€re Hilfe mĂŒssen durch mehrjĂ€hrige Finanzierungen abgesichert werden. Gerade in einer Zeit wachsender globaler Krisen dĂŒrfe internationale Verantwortung nicht weiter zurĂŒckgefahren werden.
"Wir mĂŒssten gerade jetzt deutlich mehr tun und dafĂŒr braucht es neben privaten Spenden verlĂ€ssliche und ausreichende öffentliche Mittel. Das Wohl von Kindern darf nicht zur VerfĂŒgungsmasse kurzfristiger Haushaltspolitik werden", so Hofert.
Der Terre des Hommes-Jahresbericht 2025 ist abrufbar unter: https://www.tdh.de/jahresbericht
Terre des Hommes schĂŒtzt Kinder vor Gewalt, Ausbeutung und den Folgen von Krieg, Vertreibung und Umweltzerstörung. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen fördert Terre des Hommes nachhaltige Projekte in mehr als 40 LĂ€ndern und leistet humanitĂ€re Hilfe. Junge Menschen weltweit sowie Mitglieder in Deutschland setzen sich fĂŒr Kinderrechte ein. Die Kinderrechtsorganisation agiert dabei unabhĂ€ngig von Regierungen, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften und Parteien.
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