Tesla-FSD: Entscheidung in den Niederlanden steht bevor
28.01.2026 - 22:53:11Teslas autonomes Fahren könnte schon im Februar in Europa starten – doch die niederländische Behörde RDW stellt klare Bedingungen. Die Entscheidung über eine Zulassung für den Autopiloten Full Self-Driving (FSD) in der EU hängt von einem entscheidenden Test ab. Tesla muss Anfang Februar 2026 nachweisen, dass sein System europäischen Sicherheitsstandards genügt.
RDW als Torwächter für Europa
Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW hat eine Schlüsselrolle. Sie prüft den Antrag für eine nationale Typengenehmigung. Diese könnte nach dem Prinzip der gegenseitigen Anerkennung den Weg für ganz Europa ebnen. Tesla hat dafür über eine Million Kilometer Testdaten auf europäischen Straßen in 17 Ländern gesammelt.
Doch die Behörde bleibt vorsichtig. Sie betont, der Februar-Termin sei eine geplante Demonstration, keine Garantie für eine Zulassung. „Die Entscheidung hängt allein vom Sicherheitsnachweis ab“, so die klare Botschaft der RDW. Sie wies sogar Bitten von Tesla-Fans zurück, den Prozess zu beschleunigen.
Musks Optimismus trifft auf regulatorische Realität
Tesla-Chef Elon Musk hatte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Hoffnung gemacht. Er äußerte die Erwartung, eine Genehmigung für die beaufsichtigte FSD-Version schon im Februar zu erhalten. Diese Timeline steht jedoch im Kontrast zur behördlichen Haltung.
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Bereits im November 2025 hatte Tesla von einer Zusage gesprochen, was die RDW damals umgehend dementierte. Der regulatorische Ansatz in Europa ist deutlich restriktiver als in Nordamerika. Die UNECE-Regularien stellen hohe Hürden für Teslas datengetriebene Entwicklung dar.
Technische Anpassungen für den EU-Markt
Aktuelle Software-Updates zeigen, dass Tesla sich auf die Besonderheiten Europas vorbereitet. Ein neues Feature warnt Fahrer nun beim Annähern an eine Landesgrenze, dass FSD dort nicht verfügbar ist. Diese Funktion ist für den europäischen Binnenmarkt mit seinen vielen Grenzübergängen essenziell.
Sie deutet auf einen schrittweisen Rollout hin: Das System soll dynamisch erkennen, in welchem Land es aktiv sein darf. Das ist eine logistische Meisterleistung für einen kontinentweiten Start.
Was auf dem Spiel steht
Für Tesla geht es um viel. Europa ist einer der letzten großen Märkte, in dem FSD noch nicht verfügbar ist. Eine Zulassung würde eine lukrative neue Einnahmequelle aus Software-Abonnements erschließen. Das ist im verschärften Wettbewerb der Elektroauto-Branche von strategischer Bedeutung.
Doch der globale regulatorische Widerstand bleibt hoch. Parallel zu den EU-Hoffnungen dementierte chinesische Staatsmedien jüngst Musks Andeutungen über eine baldige Zulassung in China. Die Vorsicht der Aufsichtsbehörden weltweit ist einheitlich.
Der Februar als Schicksalsmonat
Alle Blicke richten sich nun auf die Demonstration in den Niederlanden. Wird Teslas Technologie die strengen europäischen Sicherheitsvorgaben erfüllen? Die RDW hat ihre Priorität klar benannt: Straßensicherheit geht vor jede Timeline.
Für die europäische Automobilindustrie wäre eine Zulassung ein Wendepunkt. Sie könnte den Wettlauf um autonomes Fahren auf der Straße neu entfachen. Sollte der Nachweis im Februar scheitern, dürfte sich die Einführung von FSD in Europa jedoch weiter verzögern – auf unbestimmte Zeit.
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