Tesla, Autopilot

Tesla schließt Autopilot aus – Lenkassistent jetzt nur noch per Abo

28.01.2026 - 03:39:12

Tesla stellt sein Fahrassistenz-System auf den Kopf und verlangt für den bisher serienmäßigen Lenkassistenten künftig ein monatliches Abonnement. Der Schritt sorgt für Kritik und könnte den Druck auf die Konkurrenz erhöhen.

Seit vergangener Woche erhalten Käufer eines neuen Model 3 oder Model Y in Nordamerika nicht mehr das bisherige Basispaket. Die als Autosteer bekannte Funktion, die das Fahrzeug automatisch in der Spur hält, ist nun ausschließlich im kostenpflichtigen Full Self-Driving (FSD)-Paket enthalten. Für umgerechnet etwa 90 Euro monatlich erhalten Kunden neben Autosteer auch automatische Spurwechsel und weitere Assistenzfunktionen.

Jahrelang war der Basiskomfort von Basic Autopilot ein Markenzeichen von Tesla. Das System kombinierte Tempomat und Lenkassistent, um die Fahrermüdigkeit auf Autobahnen zu reduzieren. Unter der neuen Struktur besteht die serienmäßige Ausstattung nur noch aus einem adaptiven Tempomaten. Der Begriff „Autopilot“ wird für Neubestellungen in den USA und Kanada aus der Liste der Standardfunktionen gestrichen.

Um die Spurhaltefunktion zurückzubekommen, müssen Kunden nun in das FSD-Paket einsteigen. Diese strategische Neuausrichtung ist Teil einer breiteren Initiative von Tesla, mehr Einnahmen aus seiner Software- und KI-Entwicklung zu generieren. Das Unternehmen setzt darauf, die Akzeptanz für das Abonnementmodell zu erhöhen.

Anzeige

Die EU-KI-Verordnung schreibt strenge Kennzeichnungs-, Risikoklassifizierungs- und Dokumentationspflichten vor – und das bereits seit August 2024. Für Entwickler und Anbieter von Fahrerassistenzsystemen können daraus erhebliche Compliance-Risiken entstehen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Pflichten jetzt gelten, welche Fristen drohen und wie Sie Ihre KI-Systeme rechtssicher einordnen. Inklusive Checklisten und konkreten Handlungsschritten zur schnellen Umsetzung. Perfekt für Fahrzeughersteller, Zulieferer und Produktmanager, die rechtssicher auf dem EU-Markt agieren wollen. Kostenloses KI-Umsetzungs-E-Book herunterladen

Fokus auf wiederkehrende Einnahmen

Die Entkopplung von Autosteer geht mit einer weiteren großen Änderung einher: Ab dem 14. Februar 2026 wird Tesla die Option streichen, das FSD-Paket einmalig für rund 7.300 Euro zu kaufen. Danach ist der Zugang zur gesamten Assistenz-Suite nur noch über das monatliche Abonnement möglich.

Dieser Übergang zu einem reinen Abonnementmodell passt zur langfristigen Vision des Unternehmens, wiederkehrende Einnahmen aus seiner Fahrzeugflotte zu generieren. Konzernchef Elon Musk hat bereits angedeutet, dass die derzeitige monatliche Gebühr nicht dauerhaft ist. Sie soll steigen, sobald die Fähigkeiten der FSD-Software sich verbessern. Das Unternehmen wettet darauf, dass der Wert des Systems mit der Entwicklung in Richtung echter „unbeaufsichtigter“ Autonomie steigen wird.

Kritik an der Bezahlschranke

Die Entscheidung, eine gängige Sicherheits- und Komfortfunktion hinter eine Bezahlschranke zu setzen, hat erhebliche Kritik ausgelöst. Branchenbeobachter und einige Tesla-Besitzer weisen darauf hin, dass Spurhalte- und Spurzentrierungs-Assistenten inzwischen bei einer Vielzahl von Fahrzeugen serienmäßig sind – auch bei vielen günstigeren Modellen von Wettbewerbern wie Honda oder Toyota.

Dies hat zu Bedenken geführt, Tesla mache seine Fahrzeuge unsicherer, indem es eine Funktion entfernt, die Fahrermüdigkeit reduziert und Unfälle durch unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur verhindern hilft. Der Schritt wird von einigen als „verzweifelter“ Versuch gewertet, die Abonnentenquote für FSD zu erhöhen, die internen Berichten zufolge hinter den Zielen zurückbleibt.

Strategischer Kurswechsel unter Druck

Teslas strategische Neuausrichtung erfolgt in einem schwierigen Umfeld mit verlangsamten Elektroauto-Verkäufen und zunehmendem Wettbewerb. Durch die Monetarisierung einer bisherigen Standardfunktion verfolgt Tesla aggressiv sein Ziel, ein führendes Unternehmen in den Bereichen KI und Robotik zu werden, wobei Software-Einnahmen eine zentrale Rolle spielen.

Der Erfolg dieser Strategie hängt davon ab, ob die Kunden im vollen FSD-Paket genügend Mehrwert sehen, um für eine Funktion monatlich zu bezahlen, die viele als Standard erwarten. Die Reaktion des Markes auf diese grundlegende Änderung bei Ausstattung und Preisgestaltung wird ein wichtiger Indikator für die Zukunft abonnementbasierter Funktionen in der Automobilindustrie sein.

Anzeige

PS: Gerade Hersteller und Softwareanbieter sollten die Übergangsfristen und Kennzeichnungspflichten der EU-KI-Verordnung nicht unterschätzen. Der Gratis-Guide fasst kompakt zusammen, welche Dokumentation nötig ist, wie KI-Risiken einzustufen sind und welche Maßnahmen kurzfristig umzusetzen sind, um Marktzugangsprobleme und Bußgelder zu vermeiden. Holen Sie sich die praxisorientierte Checkliste für Ihre Compliance-Planung. Jetzt KI-Compliance-Guide sichern

@ boerse-global.de