Thüringen, Ausbildungsbereitschaft

Thüringen: Ausbildungsbereitschaft hoch, Bewerber fehlen

15.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.de

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bilden Thüringer Unternehmen stark aus, doch der Mangel an Bewerbern zwingt zur Rekrutierung aus dem Ausland. Die Politik wird zu mehr Unterstützung aufgefordert.

Thüringen: Ausbildungsbereitschaft hoch, Bewerber fehlen - Foto: über boerse-global.de
Thüringen: Ausbildungsbereitschaft hoch, Bewerber fehlen - Foto: über boerse-global.de

Thüringer Unternehmen suchen verzweifelt Nachwuchs – und setzen zunehmend auf internationale Azubis. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Freistaat außergewöhnlich hoch. Das belegen aktuelle Daten aus dem ersten Quartal 2026. Der eigentliche Engpass hat sich jedoch verlagert: Es mangelt nicht an Lehrstellen, sondern an passenden Bewerbern.

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Demografie zwingt zum Umdenken

Die demografische Realität ist gnadenlos. Für zwei ausscheidende ältere Arbeitnehmer steht statistisch nur ein junger Nachwuchskraft zur Verfügung. Diese Schieflage macht die Ausbildung zum Überlebensprogramm für die regionale Wirtschaft. „Wer heute nicht ausbildet, verspielt seine Zukunft“, bringt es Dr. Mattias Kreft, Geschäftsführer des Verbands der Thüringer Wirtschaft (VWT), auf den Punkt. Die Zahl der aktiven Ausbildungsbetriebe geht zwar leicht zurück – eine Folge von Insolvenzen und wirtschaftlichem Druck. Die verbleibenden Unternehmen aber investieren umso mehr in ihre Lehrlinge.

Internationale Azubis stabilisieren den Markt

Die Rettung kommt zunehmend aus dem Ausland. Während der Pool heimischer Schulabgänger schrumpft, füllen junge Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft die Lücken. Die IHK Erfurt meldet für ihren Bezirk eine stabil hohe Zahl von rund 3.300 neuen Ausbildungsverträgen. Die Kammer führt dies ausdrücklich auf den gestiegenen Anteil ausländischer Jugendlicher zurück.

Auch im Handwerk ist der Trend unübersehbar. Die Handwerkskammer Erfurt verzeichnete bis Ende August 2025 ein Plus von 8,2 Prozent bei neuen Lehrverträgen. Von 1.510 Verträgen wurden 367 mit nicht-deutschen Auszubildenden geschlossen. Diese Integration gilt inzwischen als unverzichtbare Stütze für die Betriebe. Sie ist aber auch mit Aufwand verbunden: Sprachförderung und Hilfe bei bürokratischen Hürden sind für die Unternehmen zur neuen Normalität geworden.

Prämien und Appelle an die Politik

Um auch die letzten heimischen Talente zu gewinnen, setzen die Betriebe auf kreative Anreize. Ein Erfolgsmodell ist die Thüringer Praktikumsprämie. Schüler ab 15 Jahren erhalten 120 Euro pro Woche, wenn sie ein Ferienpraktikum in einem Handwerksbetrieb absolvieren. Das Land stockte die Förderung 2025 auf mindestens 150.000 Euro auf. Für die Unternehmen ist dies eine Chance, potenzielle Azubis früh kennenzulernen.

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Doch die Wirtschaft fordert mehr Unterstützung von der Politik. Auf seiner Jahrespressekonferenz im Februar 2026 appellierte VWT-Präsident Hartmut Koch an Landes- und Bundesregierung. Seine Forderungen: Bürokratie abbauen, eine aktive Fachkräfte- und Bildungspolitik betreiben und für wettbewerbsfähige Energiepreise sorgen. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen könne das Engagement der Betriebe auf Dauer gestemmt werden.

Vom Lehrstellen- zum Bewerbermarkt

Die Lage in Thüringen spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Das einst so begehrte duale Ausbildungssystem hat sich vom Lehrstellen- zum Bewerbermarkt gewandelt. Unternehmen müssen um Jugendliche werben – mit Übernahmegarantien, digitalen Lernformaten oder höheren Vergütungen. Der Wettbewerb mit akademischen Bildungswegen ist härter geworden.

Analysten sind sich einig: Betriebe, die heute die Integration internationaler Azubis meistern, sichern sich einen klaren Wettbewerbsvorteil für das kommende Jahrzehnt. Die Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften unterstreicht zudem die Dringlichkeit simplerer Visa-Verfahren und einer schnelleren Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Was in Berlin oft abstrakt diskutiert wird, ist in Thüringen längst gelebte Praxis – und für das Überleben vieler Mittelständler unverzichtbar.

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