Thungela, Minus

Thungela: 37,5 Prozent Minus in 30 Tagen

30.06.2026 - 14:19:37 | boerse-global.de

Thungela Resources leidet unter schwacher Nachfrage und verliert weiter an Börsenwert. Trotz höherer Benchmark-Preise sinken die Absatzzahlen.

Thungela Resources Aktie: Preisverfall trotz steigender Kohlepreise
Thungela - Abstrakte, atmosphĂ€rische Darstellung der Kohleindustrie. Dunkle, gedĂ€mpfte Töne und Schatten vermitteln eine Stimmung des RĂŒckgangs und Verlusts. 30.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Thermalkohle ist teurer geworden, doch Thungela Resources bekommt davon kaum etwas zu spĂŒren. Der sĂŒdafrikanische Kohleproduzent legte am Dienstag den Halbjahresbericht vor — und die Aktie fiel um ĂŒber sieben Prozent auf 4,91 Euro. Seit 30 Tagen summiert sich das Minus auf 37,5 Prozent.

Das Problem liegt nicht beim Preis, sondern bei der Nachfrage.

Kohle aus SĂŒdafrika und Australien ist hochwertig, aber teuer. Asiatische Importeure greifen lieber zu gĂŒnstigerer russischer und kolumbianischer Ware. Die Folge: Thungelas sĂŒdafrikanische Exportproduktion sinkt leicht auf 6,3 Millionen Tonnen (Vorjahr: 6,4 Millionen). Einzig die australische Mine Ensham legt zu — von 1,6 auf rund 2,0 Millionen Tonnen. Der Ausblick fĂŒr das Gesamtjahr bleibt unverĂ€ndert.

Höhere Preise, gedÀmpfte Stimmung

Der Newcastle-Benchmark notierte in den ersten fĂŒnf Monaten im Schnitt bei 124,79 Dollar pro Tonne — ein deutlicher Anstieg gegenĂŒber 105,37 Dollar im Vorjahr. Ähnlich sieht es in Richards Bay aus: 104,25 statt 89,53 Dollar. Treiber war der Nahostkonflikt, der die Schifffahrtswege durch die Straße von Hormuz beeintrĂ€chtigte.

Diese Sondereffekte kaschieren aber ein strukturelles Problem. Die weltweite Kohlenachfrage bleibt schwach. Thungela spĂŒrt das direkt in den Absatzzahlen.

Immerhin: Die sĂŒdafrikanische Bahngesellschaft Transnet lieferte zuverlĂ€ssiger. Das half Thungela, die ExportverkĂ€ufe in der ersten JahreshĂ€lfte auf 7,5 Millionen Tonnen zu steigern — inklusive DrittverkĂ€ufe.

Die Bilanz ist solide. Das Unternehmen rechnet zum Monatsende mit einer NettoliquiditÀt zwischen 5,9 und 6,1 Milliarden Rand. Rund eine Milliarde Rand stammt aus Devisenderivaten. Das Geldpolster bleibt intakt.

Zwei Minen laufen aus

Thungela treibt die Portfolio-Optimierung voran. Der Verkauf der Abbaurechte von Kleinkopje in der Khwezela-Mine steht kurz vor dem Abschluss. Die Folge: eine nicht zahlungswirksame Reduzierung der UmweltrĂŒckstellungen um rund eine Milliarde Rand. Gleichzeitig nĂ€hern sich die Minen Goedehoop North und Isibonelo dem Ende ihrer Lebensdauer.

An der Dividendenpolitik hĂ€lt das Management fest: Mindestens 30 Prozent des bereinigten operativen Free Cashflows fließen an die AktionĂ€re. Die vollstĂ€ndigen Halbjahreszahlen erscheinen im August. Bis dahin bestimmen die globale Nachfrage und der Wettbewerb aus Russland und Kolumbien die Richtung. Beides spricht aktuell nicht fĂŒr Thungela.

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