Thyssenkrupp, Aktie

Thyssenkrupp Aktie: Acht Fregatten und zwölf U-Boote sichern Auslastung

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 09:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Thyssenkrupp Marine Systems zieht Angebot für Kieler Werft zurück und setzt stattdessen auf Fregatten- und U-Boot-Großaufträge.

TKMS: Übernahme von German Naval Yards Kiel gescheitert
Moderne Marinefregatte auf ruhigem Ozean bei Dämmerung als Symbol für industrielle Verteidigungsproduktion. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) beendet seine Bemühungen um German Naval Yards Kiel. Der Rüstungssparte gelang es nicht, sich mit den Eigentümern der Werft auf wirtschaftliche Konditionen zu einigen, weshalb das Angebot zurückgezogen wurde. Auch der Wettbewerber Rheinmetall hatte zuvor ein unverbindliches Gebot für die Kieler Werft abgegeben.

TKMS-Chef Oliver Burkhard kommentierte den Rückzug knapp mit den Worten, eine Übernahme sei "kein Muss". Die Formulierung deutet darauf hin, dass die Marinesparte ihr bestehendes Auftragsportfolio als ausreichend robust einschätzt, um auf die zusätzliche Werftkapazität in Kiel verzichten zu können.

Fokus auf Fregatten und U-Boot-Großauftrag

Statt einer Übernahme setzt TKMS offenbar auf die eigene Fertigung und bestehende Kooperationen. Gemeinsam mit der Rönner-Gruppe baut das Unternehmen die MEKO A-200-Fregatten vom Typ DEU. Die Bundesregierung plant den Angaben zufolge den Kauf von acht dieser Fregatten direkt bei TKMS – ein Programm, das die Auslastung der bestehenden Werftkapazitäten für Jahre sichern dürfte.

Daneben arbeitet TKMS an einem Rekordauftrag für den Bau von zwölf U-Booten für Kanada. Dieses Programm gilt als eines der größten Marineprojekte, an denen der Konzern derzeit beteiligt ist, und unterstreicht die wachsende Bedeutung der Rüstungssparte innerhalb des Thyssenkrupp-Konzerns. Die Kombination aus Fregatten-Serienauftrag im Inland und Großauftrag in Kanada dürfte die Order-Pipeline von TKMS mittelfristig prägen, unabhängig davon, ob die Kieler Werft ins Portfolio wandert oder nicht.

Aktie mit Kursdelle trotz starkem Jahresverlauf

An der Börse zeigte sich zuletzt eine leichte Abkühlung: Die Thyssenkrupp-Aktie schloss am Donnerstag bei 11,91 Euro, ein Minus von 1,85 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen sieben Handelstage bewegte sich der Kurs mit einem Plus von 0,80 Prozent aber weitgehend seitwärts, während auf Monatssicht ein Zugewinn von 10,79 Prozent zu Buche steht.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 28,48 Prozent im Plus – ein Wert, der die Aktie zu einem der auffälligeren DAX-Titel des Jahres macht. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 13,24 Euro, erreicht im Oktober 2025, fehlen aktuell rund zehn Prozent. Die Kursschwankungsbreite bleibt mit einer annualisierten Volatilität von gut 45 Prozent hoch, was angesichts der laufenden strategischen Weichenstellungen in der Marinesparte und der allgemeinen Nachrichtenlage rund um neue US-Zölle auf Importe aus der EU nicht überrascht.

Für Anleger dürfte die Kernfrage bleiben, wie sich TKMS ohne die Kieler Werftkapazität langfristig aufstellt. Der parallele Ausbau des Fregatten-Geschäfts mit der Bundesregierung und der U-Boot-Auftrag aus Kanada liefern jedenfalls Argumente dafür, dass die Marinesparte trotz des geplatzten Deals auf einem soliden Fundament steht.

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