Thyssenkrupp-Chef verteidigt UmbauplÀne der Stahlsparte
15.05.2024 - 11:26:54"Trotz langer Tradition und hoher technischer Kompetenz ist die Zukunft unserer Stahlindustrie heute massiv gefĂ€hrdet", sagte LĂłpez am Mittwoch vor Journalisten. Die Nachfrage sei zu gering, die Kosten insbesondere fĂŒr Energie seien zu hoch, ĂberkapazitĂ€ten drĂŒckten auf die Preise. Hinzu kĂ€men Billigimporte aus Asien. "Deshalb muss sich etwas Ă€ndern." Daher habe man in den vergangenen Wochen wichtige Schritte eingeleitet, um den Stahlbereich zukunftsfĂ€hig aufzustellen.
"Wir wollen einen Stahl, der nachhaltig Geld verdient - und zwar so viel Geld, dass wir die Transformation hin zu grĂŒnem Stahl schaffen", sagte LĂłpez. Dies tue man auch fĂŒr den Wirtschaftsstandort Deutschland, um die Versorgung der heimischen Industrie mit hochwertigem QualitĂ€tsstahl zu sichern. Die staatliche Förderung der Direktreduktionsanlage sei deshalb eine wichtige Investition in Deutschlands grĂŒne Transformation.
Thyssenkrupp plant einen deutlichen Abbau von Stahl-ErzeugungskapazitĂ€ten in Duisburg, der mit einem Stellenabbau verbunden sein soll. Einzelheiten dazu wurden bislang nicht bekannt. AuĂerdem soll die EPCG-Holding des tschechischen MilliardĂ€rs Daniel Kretinsky 20 Prozent der Stahlsparte ĂŒbernehmen, spĂ€ter 50 Prozent. Dabei soll es vor allem um Energielieferungen gehen.
"Wir wollen, dass auch in Zukunft in Duisburg hochwertiger QualitĂ€tsstahl gekocht wird", betonte LĂłpez. "Stahl, den Deutschland braucht und bei dem sich unser Land schon aus ResilienzgrĂŒnden nicht komplett von anderen LĂ€ndern abhĂ€ngig machen sollte. Denn auf Stahl basiert ein GroĂteil des Wohlstands in unserem Land."
Die Thyssenkrupp-Stahlsparte ist gröĂter Stahlhersteller Deutschlands und beschĂ€ftigt rund 27 000 Menschen. Davon arbeiten rund 13 000 in Duisburg. Fast alle Standorte von Thyssenkrupp Steel Europe liegen in Nordrhein-Westfalen.
López betonte, dass die UmbauplÀne "selbstverstÀndlich" mitsamt den Auswirkungen auf die BeschÀftigung mit dem Betriebsrat und dem Aufsichtsrat von Steel Europe beraten werden. Arbeitnehmervertreter hatten in der Vergangenheit dem Thyssenkrupp-Vorstand und vor allem López vorgeworfen, sie nicht ausreichend informiert und in wichtige Entscheidungen miteinbezogen zu haben.

