TikTok, Vergleich

TikTok entgeht mit Vergleich spektakulärem Sucht-Prozess

28.01.2026 - 06:13:12

TikTok und Snap einigen sich außergerichtlich in Musterklage zu suchterzeugendem Design. Der Prozess gegen Meta und YouTube wird fortgesetzt und könnte Branchenstandards neu definieren.

TikTok hat sich überraschend in einem Grundsatzprozess zur Social-Media-Sucht verglichen. Der Prozess gegen Meta und YouTube geht weiter.

In einer überraschenden Wendung hat sich die Videoplattform TikTok am Vorabend eines aufsehenerregenden Prozesses außergerichtlich mit den Klägern geeinigt. Das Unternehmen entgeht damit einem öffentlichen Verfahren, das die Suchtgefahren seiner App für junge Nutzer thematisiert hätte. Die genauen Bedingungen des Vergleichs bleiben geheim. Der Prozess in Kalifornien wird nun allein gegen die verbliebenen Konzerne Meta (Instagram, Facebook) und Googles YouTube fortgesetzt.

Ein Musterprozess mit Signalwirkung

Es handelt sich um einen sogenannten „Bellwether“-Prozess. Dieser Musterfall aus Hunderten ähnlicher Klagen soll die Erfolgsaussichten und mögliche Schadenssummen für eine ganze Klagewelle gegen Tech-Giganten ausloten. Die Einigung mit TikTok erfolgte, nachdem sich bereits die Snapchat-Mutter Snap Inc. verglichen hatte. Beide Unternehmen vermeiden so einen öffentlichen Rechtsstreit über den Einfluss ihrer Produkte auf die psychische Gesundheit Jugendlicher.

Die Klage wird von einer 19-jährigen Frau angeführt. Sie wirft den Plattformen vor, durch suchterzeugendes Design ihre schweren Depressionen und Suizidgedanken verstärkt zu haben. Ihr Fall steht stellvertretend für Hunderte US-Familien, Einzelpersonen und Schulbezirke. Sie alle machen Social-Media-Konzerne für eine nationale Jugend-Mental-Health-Krise verantwortlich.

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Vorwurf: Absichtlich suchterzeugendes Design

Der Kern der Vorwürfe lautet auf „defektes Design“. Die Kläger argumentieren, dass Funktionen wie endloses Scrollen, personalisierte Algorithmen und Push-Benachrichtigungen nicht zufällig, sondern gezielt entwickelt wurden, um zwanghaftes Nutzungsverhalten zu fördern. Besonders gefährdet seien Kinder und Jugendliche, deren Gehirne sich noch in der Entwicklung befinden.

Die juristische Strategie erinnert an die historischen Prozesse gegen die Tabakindustrie in den 1990er Jahren. Damals ging es um die Suchtwirkung von Nikotin und das mutmaßliche Wissen der Konzerne um die Gesundheitsrisiken. Die Klagen gegen die Tech-Unternehmen listen eine Reihe von Schäden auf: von Angststörungen und Depressionen über Essstörungen bis hin zu Suiziden.

Der Druck auf Meta und YouTube wächst

Die Vergleiche von TikTok und Snap verändern die strategische Lage im Rechtskampf gegen Big Tech grundlegend. Die Unternehmen umgehen das Risiko eines Urteils und die zwangsweise Veröffentlichung interner Dokumente zur Nutzerbindung und mentalen Gesundheit. Experten deuten dies oft als Zeichen, dass die Konzerne die öffentliche Bloßstellung fürchteten.

Der Prozess gegen Meta und YouTube wird nun mit voller Wucht geführt. Erwartet wird die Aussage von Top-Managern, möglicherweise auch von Meta-Chef Mark Zuckerberg und YouTube-CEO Neal Mohan. Das Verfahren in Los Angeles gilt als Wendepunkt, der die rechtlichen Verpflichtungen der Branche gegenüber jungen Nutzern neu definieren könnte.

Was kommt auf die Tech-Branche zu?

Der nun folgende, mehrere Wochen dauernde Prozess wird tief in die Produktentwicklung und das interne Wissen von Meta und YouTube eintauchen. Ein Urteil könnte einen mächtigen Präzedenzfall für die Hunderte anhängigen Klaffen schaffen.

Eines ist bereits jetzt klar: Die Klagewelle hat eine nationale Debatte über die Verantwortung von Social-Media-Plattformen entfacht. Der anhaltende juristische Druck könnte zu strengeren Regeln und neuen Branchenstandards führen. Das Ziel: Das Design von Apps für junge Menschen muss sich ändern, um die Risiken der digitalen Sucht einzudämmen.

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