TikTok muss Alterskontrolle in Deutschland verschärfen
26.01.2026 - 22:04:12Ein Berliner Gericht verpflichtet TikTok, seine laxen Alterskontrollen zu verschärfen. Die bisherige Praxis, bei der sich Nutzer nur selbst ihr Geburtsdatum bestätigen müssen, ist nach dem Urteil unzureichend. Bei Nichtumsetzung drohen dem Unternehmen hohe Geldstrafen.
Der Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) hatte erfolgreich geklagt. Die Richter folgten der Argumentation, dass die einfache Selbstauskunft Kinder nicht ausreichend schützt. Sie verletze zudem die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
Warum die alte Methode versagt
Das Gericht sah einen klaren Anreiz für Jugendliche, ein falsches, höheres Alter anzugeben. So umgehen sie die für unter 16-Jährige vorgesehenen Schutzfunktionen. Die Folge: Minderjährige könnten mit nicht altersgerechten Inhalten konfrontiert werden.
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Zudem kritisierte das Gericht, dass TikTok Daten von 13- bis 15-Jährigen für Werbung nutzt – ohne die erforderliche Einwilligung der Eltern. “Eine derart nachlässige Kontrolle ist verantwortungslos”, sagte vzbv-Vorständin Ramona Pop.
Welche Konsequenzen das Urteil hat
Für TikTok bedeutet das Urteil handfeste Änderungen:
* Die Plattform muss neue, wirksamere Systeme zur Altersverifikation entwickeln.
* Es ist verboten, Daten 13- bis 15-jähriger Nutzer ohne elterliche Zustimmung für Werbung zu verarbeiten.
* Pro Verstoß droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.
Welche technische Lösung kommt? Denkbar sind Ausweiskontrollen, KI-gestützte Altersschätzung oder digitale Identitätsnachweise. Alle Methoden bergen neue datenschutzrechtliche Herausforderungen.
Europa im Kampf für mehr Jugendschutz
Das Berliner Urteil ist kein Einzelfall. In ganz Europa wächst der Druck auf Plattformen, Minderjährige besser zu schützen. Der neue Digital Services Act (DSA) der EU verpflichtet große Anbieter, “systemische Risiken” – darunter Gefahren für Jugendliche – aktiv zu mindern.
Die EU-Kommission arbeitet an einem einheitlichen, datenschutzfreundlichen System zur Altersprüfung. Es soll künftig mit den geplanten digitalen Identitäts-Wallets kompatibel sein. Die Tage der simplen Selbstauskunft scheinen gezählt.
Was kommt als Nächstes?
Das Urteil vom Dezember 2025 ist noch nicht rechtskräftig. TikTok kann also Berufung einlegen. Unabhängig vom juristischen Ausgang steigt der Handlungsdruck: Der öffentliche Fokus auf den Jugendschutz in sozialen Medien wird nicht nachlassen.
Für Nutzer bedeutet das: Die Anmeldung bei TikTok und ähnlichen Plattformen wird in Zukunft wohl umständlicher. Die Branche steht vor der Aufgabe, wirksamen Schutz und praktikable Nutzung unter einen Hut zu bringen.
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