Ergebnisse, Produktion/Absatz

WDH: Evonik will operativen Gewinn um eine Milliarde Euro bis 2027 steigern

22.05.2025 - 12:58:32

(Tippfehler behoben beim Nachnamen der Finanzchefin.)ESSEN - Der Spezialchemiekonzern Evonik DE000EVNK013 will mit dem grĂ¶ĂŸten Umbau seiner Firmengeschichte den operativen Gewinn in den kommenden deutlich steigern.

(Tippfehler behoben beim Nachnamen der Finanzchefin.)

ESSEN (dpa-AFX) - Der Spezialchemiekonzern Evonik DE000EVNK013 will mit dem grĂ¶ĂŸten Umbau seiner Firmengeschichte den operativen Gewinn in den kommenden deutlich steigern. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll bis 2027 um eine Milliarde Euro im Vergleich zu 2023 zulegen, wie der MDax-Konzern am Donnerstag auf seinem Kapitalmarkttag in Essen mitteilte. Dazu beitragen sollen jeweils zur HĂ€lfte Wachstum und Kosteneinsparungen. 2023 hatten die Essener 1,66 Milliarden Euro ausgewiesen. FĂŒr das laufende Jahr peilt der Konzern einen operativen Gewinn von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro an, nach einer deutlichen Erholung auf fast 2,07 Milliarden Euro 2024.

"Wir arbeiten konsequent an beiden Seiten der Medaille - an unseren Wachstumschancen wie an unseren Kosten", erlÀuterte Unternehmenschef Christian Kullmann. Die Ziele seien zwar ambitioniert, aber das Management sehe zusÀtzliche Chancen, etwa aus Konjunkturprogrammen in Deutschland und Europa.

Etwa 500 Millionen Euro des zusĂ€tzlichen operativen Gewinns soll aus dem Wachstum durch eine höhere Auslastung neuer Anlagen sowie aus neuen Produkten kommen. Zum Ergebnisplus sollen auch Kosteneinsparungen ebenfalls in Höhe von 500 Millionen Euro beitragen. Darin enthalten seien die bereits laufenden Sparprogramme, durch die rund 2.000 Stellen wegfallen. Die Kosten sollen damit bis Ende 2026 jĂ€hrlich um rund 400 Millionen Euro gedrĂŒckt werden. "Wir planen derzeit kein neues Stellenabbauprogramm. Wir wollen die restlichen Einsparungen durch die Optimierung unserer GeschĂ€fte erreichen", erlĂ€uterte die neue VorstĂ€ndin Claudine Mollenkopf vor Journalisten.

"Der Großteil der Maßnahmen, vor allem auf der Kostenseite, liegt in unseren HĂ€nden", sagte FinanzvorstĂ€ndin Maike Schuh. Das Unternehmen werde sich bis 2027 darauf konzentrieren, seine Wachstums-, Kosten- und Portfoliomaßnahmen umzusetzen, seine Finanzkennziffern zu verbessern und die Bilanz durch den Abbau von Schulden weiter zu stĂ€rken. Bis dahin soll es keine Übernahmen geben. Allerdings eröffne etwa ein starker Cashflow in den nĂ€chsten Jahren auch AktienrĂŒckkĂ€ufe als Option.

Evonik-Chef Kullmann richtet Evonik durch den Umbau auf zukunftstrĂ€chtige und margenstarke GeschĂ€fte aus, in denen der Konzern weltweit technologisch fĂŒhrend ist. Von MassengeschĂ€ften verabschieden sich die Essener, weitere VerkĂ€ufe stehen noch an. So strebt Evonik die Trennung vom GeschĂ€ft mit Standardchemikalien der Sparte Performance Materials an, zu der neben dem bereits verkauften Superabsorber-Bereich auch der C4-Verbund rund um petrochemische ZusĂ€tze fĂŒr Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien zĂ€hlt.

Außerdem sollen GeschĂ€ftsbereiche mit rund 3.600 BeschĂ€ftigten an den Standorten Marl und Wesseling abgetrennt werden. Sie könnten dann verkauft oder in Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden. Durch Umbau, Sparprogramme und den Verkauf von Betriebsteilen können bis zu 7.000 der zuletzt knapp 31.600 Stellen wegfallen oder abgegeben werden.

Um die KomplexitĂ€t zu reduzieren und die Hierarchien flacher zu gestalten, bĂŒndelte Evonik die ChemiegeschĂ€fte in zwei Segmenten. Die GeschĂ€ftsbereiche der Sparten Specialty Additives, Nutrition & Care sowie Smart Materials gingen mit Beginn des zweiten Quartals in den Sparten Custom Solutions und Advanced Technologies auf. Der Umbau wirkte sich auch auf den Vorstand aus - und auf das Management. Die beiden tragenden SĂ€ulen von Evonik ĂŒbernahmen im Vorstand die Amerikanerin Lauren Kjeldsen und die Französin Claudine Mollenkopf.

Das Segment Custom Solutions stellt etwa Produkte fĂŒr die Kosmetik- und Pharmaindustrie her. Der Bereich soll auch in NischenmĂ€rkten aktiv sein und dort Lösungen fĂŒr Kunden entwickeln. Im Segment Advanced Technologies werden unter anderem Hochleistungskunststoffe und Wasserstoffperoxid sowie ErgĂ€nzungsmittel fĂŒr die Tier-Nahrung produziert.

@ dpa.de | DE000EVNK013 ERGEBNISSE