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WDH / ROUNDUP: Verdi will Nahverkehr in großen SĂŒdwest-StĂ€dten lahmlegen

30.01.2026 - 09:54:16

(Tippfehler im Leadsatz beseitigt: «FahrgĂ€ste» (statt FĂ€hrgĂ€ste).)STUTTGART - FahrgĂ€ste im SĂŒdwest-Nahverkehr mĂŒssen sich zu Beginn der neuen Woche auf erhebliche EinschrĂ€nkungen einstellen.

(Tippfehler im Leadsatz beseitigt: «FahrgÀste» (statt FÀhrgÀste).)

STUTTGART (dpa-AFX) - FahrgĂ€ste im SĂŒdwest-Nahverkehr mĂŒssen sich zu Beginn der neuen Woche auf erhebliche EinschrĂ€nkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat fĂŒr Montag zu einem ganztĂ€gigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen von dem Arbeitskampf sind Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz, wie der Verdi-Landesbezirk mitteilte. Der eintĂ€gige Ausstand finde im Zuge bundesweiter Arbeitsniederlegungen statt.

Hunderttausende sind von Ausstand betroffen

In den sieben StĂ€dten dĂŒrften die Fahrzeuge also weitgehend im Depot bleiben: Verdi rechnet damit, dass keine Busse und Bahnen fahren werden. Ob einzelne Linien der bestreikten kommunalen Verkehrsunternehmen doch bedient werden oder ob es ErsatzfahrplĂ€ne geben wird, war zunĂ€chst nicht bekannt. Sicher ist aber: Von dem Ausstand dĂŒrften Hunderttausende Menschen betroffen sein.

In allen BundeslĂ€ndern stehen in diesem FrĂŒhjahr Verhandlungen ĂŒber neue ManteltarifvertrĂ€ge fĂŒr die kommunalen Nahverkehrsbetriebe an. In Baden-WĂŒrttemberg arbeiten dort rund 6.700 Menschen. FĂŒr sie verhandelt Verdi mit dem hiesigen Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV).

Verdi fordert höhere ZuschlÀge

Beim Verhandlungsauftakt gab es nach frĂŒheren Angaben keine AnnĂ€herung. Dieses Mal streiten die Tarifparteien nicht ĂŒber das Gehalt. Neu ausgehandelt wird stattdessen der Manteltarifvertrag, in dem die Arbeitsbedingungen der BeschĂ€ftigten festgelegt sind. Verdi fordert unter anderem höhere ZuschlĂ€ge fĂŒr Überstunden, Nachtarbeit sowie Arbeit am Wochenende. Außerdem wolle man Zulagen entsprechend der individuellen Entgeltstufe durchsetzen.

Verdi argumentiert, dass Überstunden derzeit fĂŒr Arbeitgeber gĂŒnstiger seien als Neueinstellungen und die BeschĂ€ftigten durch Arbeitsverdichtung stark belastet wĂŒrden. Verbesserte ZuschlĂ€ge sollen nach Gewerkschaftsangaben dazu beitragen, Überstunden zu begrenzen, Personal zu gewinnen und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) langfristig zu stabilisieren.

Verdi-VerhandlungsfĂŒhrer Jan Bleckert zeigte zwar VerstĂ€ndnis fĂŒr die prekĂ€re finanzielle Lage der Kommunen. Er betonte aber: "Wir akzeptieren nicht, dass die kommunalen Arbeitgeber die BeschĂ€ftigten mit der stĂ€ndigen Androhung von LeistungskĂŒrzungen und Preiserhöhungen fĂŒr FahrgĂ€ste erpressen wollen."

Arbeitgeber: Forderungen sind nicht finanzierbar

Die Arbeitgeber legten bei der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vor - und wiesen die Forderungen mit Verweis auf die "katastrophale Finanzlage" vieler StĂ€dte und Gemeinden zurĂŒck. Die SpielrĂ€ume sind demnach durch wegbrechende Einnahmen, steigende Ausgaben und teils nicht genehmigte Haushalte ausgeschöpft. In dieser Situation gehe es bereits darum, den Status quo zu sichern. Zusatzkosten durch höhere Zulagen seien nicht finanzierbar.

Der Verband verwies zudem auf bereits vereinbarte tarifliche Verbesserungen. Seit 2023 seien die Entgelte einschließlich ZuschlĂ€gen um mehr als ein FĂŒnftel gestiegen - und weitere Erhöhungen seien vereinbart. Die Verhandlungen sollen am 9. Februar fortgesetzt werden. Die Friedenspflicht in dem Konflikt endete bereits zum 1. Januar.

@ dpa.de