Rehlinger, Kassen-Sparpaket

Rehlinger: Kassen-Sparpaket reicht so nicht

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 08:23 Uhr, dpa.de

Trotz heftigen Widerstands aus den LÀndern geht Saarlands MinisterprÀsidentin Anke Rehlinger (SPD) davon aus, dass sich der Bundesrat heute mit dem Kassen-Sparpaket der Bundesregierung befassen wird.

"Ich hĂ€tte vielleicht die EinschĂ€tzung, dass es auf die Tagesordnung kommt, aber dann werden wir uns natĂŒrlich auch inhaltlich damit befassen mĂŒssen", sagte Rehlinger am Morgen bei Welt TV. Dann stelle sich aber auch die Frage, ob eine Reihe von LĂ€ndern noch einmal ĂŒber das Paket reden wollten.

"Alle wissen, dass etwas passieren muss", sagte Rehlinger. "Aber ob es jetzt schon so gut ist, was da aufgeschrieben ist, das bedarf auch nochmal der Diskussion." Reformen dĂŒrften nicht nur "Streichkataloge" sein. Etwa die VorschlĂ€ge, die das Krankenhauswesen betreffen, seien "schon sehr hart". Sie gehöre zu denjenigen, die sage, dass man mindestens in diesem Punkt noch mit dem Bund nachverhandeln mĂŒsse. "Das, was da jetzt vorliegt, das reicht nicht", sagte sie.

Wird der Vermittlungsausschuss eingeschaltet?

Der Bundestag soll heute ĂŒber das umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition fĂŒr stabile KrankenkassenbeitrĂ€ge abstimmen. Der Entwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) war zuletzt noch in mehreren Punkten verĂ€ndert worden. Geplant ist, die gesetzlichen Krankenkassen 2027 von stark steigenden Ausgaben zu entlasten, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. EilantrĂ€ge zweier Oppositionspolitiker beim Bundesverfassungsgericht, um die Abstimmung angesichts vieler kurzfristiger Änderungen zu verschieben, waren gescheitert.

Nach schwarz-rotem Plan soll das Gesetz direkt die letzte HĂŒrde im Bundesrat nehmen, der ebenfalls heute tagt. ZustimmungsbedĂŒrftig ist das Gesetz nicht, der Bundesrat könnte es aber in den Vermittlungsausschuss schicken. Das könnte das Vorhaben zumindest bremsen.

GKV-Spitzenverband: LĂ€nder mĂŒssen "den Sack jetzt zumachen"

Der Chef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, Oliver Blatt, warnte am Morgen vor Verzögerungen bei dem Sparpaket. "Wir sind froh, dass es heute klappt und appellieren auch an die LÀnder, jetzt den Sack zuzumachen, um es mal ganz einfach zu sagen. Wir brauchen das", sagte er im Deutschlandfunk.

NatĂŒrlich verlange das Sparen von allen Beteiligten etwas ab. Die Leistungsausgaben der Kassen stiegen jedoch momentan um acht Prozent, wĂ€hrend man nur vier Prozent einnehme. "Am Ende ist das das große Problem, was wir jetzt lösen mĂŒssen", sagte Blatt. Die Versicherten profitierten davon, dass sie dann zwei Jahre lang stabile KassenbeitrĂ€ge hĂ€tten.

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