EU-Kommission, Made

EU-Kommission will 'Made in Europe'-Vorgabe

04.03.2026 - 13:37:00 | dpa.de

Trotz Kritik aus Deutschland verfolgt die EuropÀische Kommission ihre PlÀne zu "Made in Europe"-Vorgaben bei öffentlichen AuftrÀgen weiter.

EU-Staaten sollen kĂŒnftig nur dann öffentliche Gelder in Stahl, Zement, Aluminium, saubere Technologien ("clean tech"), E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride stecken, wenn die Produkte "Made in Europe" sind. EU-Industriekommissar StĂ©phane SĂ©journĂ© stellte einen entsprechenden Vorschlag fĂŒr ein Gesetz zur UnterstĂŒtzung der Industrie vor.

Auch Handelspartner außerhalb der EU sollen unter bestimmten Bedingungen einbezogen werden. Infrage kommen LĂ€nder, mit denen es relevante Vereinbarungen gibt - etwa ĂŒber Freihandelsabkommen zu bestimmten Produkten oder öffentlichen Beschaffungen. Voraussetzung soll sein, dass diese LĂ€nder ihre Verpflichtungen einhalten und eine Gegenseitigkeit gegeben ist. Das werde jeweils nach Sektor geprĂŒft. So könnte etwa auch der Kauf japanischer, koreanischer, kanadischer und britischer E-Autos beziehungsweise Autoteile mit europĂ€ischen Steuergeldern gefördert werden.

EuropÀische Produktion als Streitpunkt

Ziel des neuen Vorschlags ist, die Nachfrage nach umweltfreundlicheren europĂ€ischen Produkten anzukurbeln und Europas Wirtschaft so auf Wachstumskurs zu bringen. Bevor der Vorschlag umgesetzt wird, mĂŒssen die europĂ€ischen Mitgliedstaaten und das Parlament zustimmen. Besonders ĂŒber das Kriterium, was als europĂ€ische Herkunft zĂ€hlt, gibt es seit Monaten Diskussionen.

WĂ€hrend Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron schon lange Quoten fĂŒr Produkte "Made in Europe" einfĂŒhren will, hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz fĂŒr einen zurĂŒckhaltenderen Ansatz ausgesprochen. EuropĂ€ische PrĂ€ferenzregeln mĂŒssten "klug" eingesetzt werden - nur fĂŒr kritische, strategische Sektoren und nur als letztes Mittel, mahnte Merz im Februar. "Und wir brauchen unsere Handelspartner, wir mĂŒssen sie einbeziehen", hatte der CDU-Politiker gesagt.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kritisierte vergangene Woche in BrĂŒssel eine zunehmende BĂŒrokratisierung. "Der Industrial Accelerator Act ist der 50. Vorschlag, parallel zu schon 49 existierenden, wie europĂ€isch beschafft werden soll", sagte die Politikerin. Das könne keiner mehr ĂŒberblicken.

DIHK warnt vor BĂŒrokratie

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer warnte vor neuen bĂŒrokratischen HĂŒrden durch den Vorschlag der EU-Kommission - etwa in der öffentlichen Vergabe oder bei Förderinstrumenten. "ZusĂ€tzliche Auflagen, weitreichende Ursprungsnachweise und hohe Anforderungen bei sogenannten LeitmĂ€rkten belasten vor allem kleine und mittelstĂ€ndische Unternehmen", so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Das koste Zeit, Geld und WettbewerbsfĂ€higkeit.

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