Siltronic optimistischer - Nachfragebelebung lÀsst aber auf sich warten
25.07.2024 - 09:38:03Angesichts immer noch hoher LagerbestĂ€nde bei den Kunden spiegele sich das vom KI-Trend getriebene Wachstum der EndmĂ€rkte bisher nicht in der Auftragslage wider, erklĂ€rt Siltronic-Chef Michael Heckmeier laut Mitteilung vom Donnerstag. Immerhin: im zweiten Quartal lief es besser, als Analysten es zuvor im Mittel erwartet hatten. FĂŒr die Siltronic-Aktien ging es deutlich nach oben.
In einem schwachen Gesamtmarkt legten die Papiere an der Spitze des MDax DE0008467416 um 5,4 Prozent auf 74,70 Euro zu. Damit setzten sie ihre Stabilisierung innerhalb der seit Ende April bestehenden Handelsspanne von rund 70 bis etwa 78 Euro fort. Damals hatte eine Prognosesenkung des Unternehmens fĂŒr 2024 den Druck auf die Papiere nochmals erhöht. Im laufenden Jahr notieren sie immer noch fast 16 Prozent im Minus.
Analyst Constantin Hesse vom Investmenthaus Jefferies schrieb in einer ersten EinschÀtzung von einer erfreulichen Entwicklung des Konzerns. Das zweite Quartal sei besser verlaufen als allgemein erwartet. Auch wenn die Branchentristesse sich lÀnger hinziehe, schienen sich zumindest die Verkaufspreise gut zu halten.
Siltronic rechnet nun fĂŒr 2024 mit einem Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich unter dem des Vorjahres von gut 1,5 Milliarden Euro. Als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) sollen nun 23 bis 25 Prozent hĂ€ngen bleiben. Im April hatte die Beteiligung von Wacker Chemie DE000WCH8881 den ursprĂŒnglichen Ausblick noch gesenkt und ein Umsatzminus von rund 10 Prozent sowie eine Marge von 21 bis 25 Prozent in Aussicht gestellt.
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz immerhin im Vergleich zum Jahresstart leicht; im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt sich allerdings ein Minus von 13 Prozent auf gut 351 Millionen Euro. Davon blieben 25,8 Prozent als operatives Ergebnis ĂŒbrig. Absolut sind das 90,6 Millionen Euro und damit fast ein Viertel weniger als vor einem Jahr. Der Ăberschuss sank von 61,4 auf 22,4 Millionen Euro.
Dass die operative Marge im zweiten Halbjahr in Relation zum aktuellen Wert schwĂ€cheln dĂŒrfte, liegt auch an den Anlaufkosten fĂŒr die neue Fabrik in Singapur. "Zudem stehen im vierten Quartal planmĂ€Ăige Wartungsarbeiten in einer Produktionslinie an, die mit Bestandsreduzierungen ĂŒberbrĂŒckt und somit ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Marge haben werden", hieĂ es weiter.

