ROUNDUP, Trump

Trump: Waffenruhe mit Iran am seidenen Faden

Veröffentlicht am: 11.05.2026 um 20:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran hÀngt nach den Worten von US-PrÀsident Donald Trump nur noch am seidenen Faden.

Grund dafĂŒr sei der "dĂ€mliche Vorschlag" aus Teheran zur Beendigung des Krieges, sagte er in Washington. "Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe."

Trump sagte, die Feuerpause liege quasi auf der Intensivstation, wo ein Arzt hereinkomme und sage: "Sir, Ihr Angehöriger hat eine Überlebenschance von etwa einem Prozent".

Trump sagte, der Iran habe sich zunĂ€chst bereiterklĂ€rt, dass die USA das angereicherte Uran außer Landes schafften. Die FĂŒhrung in Teheran habe gesagt, nur die USA oder China könnten die komplizierte Bergung durchfĂŒhren. "Aber sie haben ihre Meinung geĂ€ndert, es stand nĂ€mlich nicht in dem Papier", sagte Trump. Auf Nachfrage eines Journalisten sagte Trump, er glaube dennoch, dass eine diplomatische Lösung weiter möglich sei.

Iran dementiert Trump-Aussagen

Der Iran wies einem Bericht zufolge Trumps Aussagen zurĂŒck. Das Verhandlungsteam habe nicht zugestimmt, das hoch angereicherte Uran außer Landes zu schaffen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle.

Auch Berichte darĂŒber, dass Iran einem Stopp der Urananreicherung fĂŒr 15 Jahre zugestimmt hĂ€tte, seien gelogen, berichtete Tasnim weiter. Derartige Informationen seien "psychologische KriegsfĂŒhrung", schrieb die Agentur, die Irans mĂ€chtigen Revolutionsgarden nahesteht.

Das iranische Atomprogramm ist seit Jahren umstritten. Die USA, Israel und der Westen werfen der FĂŒhrung in Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. Der Iran bestreitet dies. Kritisch bewertet der Westen insbesondere die BestĂ€nde von rund 440 Kilogramm Uran, das im Iran auf 60 Prozent angereichert wurde und bei Weiterverarbeitung fĂŒr den Bau mehrerer Atomwaffen dienen könnte.

Diplomatische BemĂŒhungen stocken

In dem seit ĂŒber zwei Monaten dauernden Krieg mit dem Iran waren die diplomatischen BemĂŒhungen um ein Friedensabkommen zuletzt ins Stocken geraten. Trump hatte den Vorschlag des Irans bereits am Wochenende als "inakzeptabel" abgetan. Eine zweite Runde direkter Verhandlungen in Pakistan ist trotz mehrerer Versuche bisher nicht zustande gekommen.

Wie das Portal "Axios" unter Berufung auf US-Beamte berichtet, will Trump noch heute das weitere Vorgehen besprechen. Neben VizeprĂ€sident JD Vance sollen demnach auch der Sondergesandte Steve Witkoff, CIA-Chef John Ratcliffe, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine an dem Treffen teilnehmen.

In dem vom Iran zuletzt vorgelegten Plan heißt es laut Staatsmedien, dass die USA Reparationen fĂŒr die angerichteten KriegsschĂ€den im Iran zahlen mĂŒssten. Die Islamische Republik fordert demnach auch die volle SouverĂ€nitĂ€t ĂŒber die Straße von Hormus, ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte. Keine Rolle spielte in der Antwort laut den Berichten der Streit ĂŒber das iranische Atomprogramm.

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