TSMC, Aktie

TSMC Aktie: 200 Milliarden Dollar für US-Fertigung

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 14:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TSMC investiert massiv in US-Fertigung, Analysten erwarten höhere Chip-Preise für Kunden durch gestiegene Kosten.

TSMC Aktie: Trumps US-Chip-Strategie belastet die Marge
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Trump will Chips aus Amerika. TSMC liefert – und zahlt dafür einen Preis, den am Ende die Kunden tragen müssen. Der Konflikt zwischen politischem Druck und Gewinnmarge treibt gerade die Debatte um den weltgrößten Auftragsfertiger von Halbleitern.

Die TSMC-Aktie notiert bei 370,00 Euro, ein Plus von 3,21 Prozent innerhalb einer Woche. Zum Rekordhoch von 420,50 Euro aus dem Juli fehlen noch 12,01 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Kursgewinn von 43,97 Prozent zu Buche.

Politischer Druck drückt auf die Marge

Präsident Donald Trump drängt Unternehmen seit seiner Rückkehr ins Amt 2025 dazu, Produktion aus dem Ausland in die USA zu verlagern. TSMC hat darauf reagiert und mittlerweile Investitionszusagen von insgesamt 200 Milliarden Dollar für den Ausbau der US-Fertigung gemacht.

Ein Sprecher des Weißen Hauses feierte das gegenüber CNBC als Erfolg der eigenen Handelspolitik. Billionen Dollar an Investitionen von TSMC und anderen Halbleiterfirmen seien das Ergebnis von Trumps Handels- und Wirtschaftspolitik, hieß es. Die Regierung verwies zudem auf eine zusätzliche Investition von 100 Milliarden Dollar nach dem Handelsabkommen mit Taiwan – diese solle zehntausende Arbeitsplätze in den USA schaffen.

Was die US-Fertigung wirklich kostet

Die Zahlen hinter der Sorge um die Marge werden langsam greifbar. Morningstar-Analyst Phelix Lee bezifferte die Kostendifferenz gegenüber CNBC: US-gefertigte Chips von TSMC kosten demnach 20 bis 50 Prozent mehr als jene aus Taiwan. Die Spanne hängt von Subventionen, Steuergutschriften und weiteren Kostenfaktoren ab. Lee erwartet, dass die Kunden einen Großteil dieser Mehrkosten am Ende selbst tragen müssen.

Das operative Geschäft zeigt sich davon bislang unbeeindruckt. Im zweiten Quartal legte der Gewinn um 77,4 Prozent zum Vorjahr zu – ein weiterer Rekordwert für den Auftragsfertiger. Die Bruttomarge kletterte auf 67,7 Prozent, nach 66,2 Prozent im Startquartal.

D.A. Davidson-Analyst Gil Luria ordnet die Belastung ein: TSMC könne sich diese Margendifferenz leisten, eben weil die Gesamtmarge ohnehin sehr hoch liege. Gartner-Analyst Gaurav Gupta sieht einen weiteren Vorteil in der Marktstellung des Unternehmens. TSMC habe praktisch keine ernsthafte Konkurrenz bei modernsten Chip-Fertigungsverfahren. Ein Großteil der Mehrkosten müssten daher die Kunden selbst schultern – zumal viele ohnehin diversifizieren wollen oder per US-Regierungsauflage lokal gefertigte Chips kaufen müssen.

Mehr als nur Politik

Morningstar-Analyst Lee warnt davor, den US-Ausbau rein politisch zu deuten. Schon seit der Corona-Pandemie suchen Kunden nach geografischer Streuung ihrer Lieferketten, um sich gegen geopolitische und logistische Störungen abzusichern. Der Trend zu Fertigung auf US-Boden dürfte deshalb auch nach Trumps Amtszeit bestehen bleiben, so Lee – wie genau sich Zuckerbrot und Peitsche dabei verteilen, sei aber noch offen.

Die eigentliche Antwort auf steigende Kosten liegt in der Preisgestaltung. TSMC plant für 2027 Preiserhöhungen von bis zu 10 Prozent, sowohl bei modernsten als auch bei älteren Chip-Verfahren. Zu konkreten Preisen äußert sich das Unternehmen gegenüber CNBC nicht. In Kombination mit der dominanten Marktposition verschafft diese Preismacht TSMC genug Spielraum, um die höheren Kosten der US-Expansion abzufedern.

Die Aktie handelt aktuell nahe ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 372,60 Euro – ein Zeichen für eine Konsolidierungsphase nach den scharfen Kursausschlägen der vergangenen Wochen. Bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 52,88 Prozent bleibt der Kurs anfällig für Nachrichten, sowohl zur KI-Nachfrage als auch zu den geopolitischen Kosten der US-Expansion. Der Zwölf-Monats-Gewinn von 81,37 Prozent zeigt, wie stark Anleger das KI-getriebene Wachstum bislang honoriert haben – während die Frage nach der Margenverwässerung durch die Übersee-Fertigung ins zweite Halbjahr 2026 hineinreicht.

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