TUI, Aktie

TUI Aktie: 3,60 Prozent Sprung auf 6,86 Euro

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 19:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TUI-Aktie erholt sich technisch, doch Buchungszurückhaltung und gesenkte Prognose belasten. Der Quartalsbericht im August gibt Aufschluss.

TUI Aktie: Technische Erholung nach schwachem Jahresstart
Ein modernes Kreuzfahrtschiff bei Sonnenaufgang auf dem offenen Ozean als Symbol für die Reisebranche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die TUI-Aktie hat am Freitag ein deutliches Lebenszeichen gesendet: Das Papier legte um 3,60 Prozent zu und schloss bei 6,86 Euro. Bereits am Freitag zuvor hatte der Kurs die 100-Tage-Linie nach oben durchbrochen – ein technisches Signal, das Anleger nach Wochen der Schwäche als möglichen Stimmungswechsel werten. Der Ausbruch ändert jedoch wenig an der Gesamtbilanz des Jahres: Seit Jahresbeginn steht bei TUI noch immer ein Minus von 23,41 Prozent zu Buche.

Buchungszurückhaltung belastet die Nachfrage

Auslöser der jüngsten Kursschwäche waren Berichte über eine spürbare Zurückhaltung bei den Buchungen fürs Sommergeschäft. Geopolitische Spannungen am Persischen Golf drücken laut Marktberichten auf die Nachfrage nach Reisezielen im östlichen Mittelmeerraum – einer für den Konzern wichtigen Region. Genau diese Unsicherheit hatte den Kurs zunächst unter Druck gebracht, bevor die technische Erholung einsetzte. Der RSI von 44,5 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation, das Papier bewegt sich charttechnisch in einer neutralen Zone.

Der Blick auf die Terminlage dürfte die Volatilität in den kommenden Wochen hochhalten: Der Konzern hat die Veröffentlichung seiner Quartalsmitteilung für das dritte Geschäftsquartal 2025/26 mit Stichtag 30. Juni offiziell für den 12. August angekündigt. Anleger werden dann genauer erfahren, wie sich die gemeldete Buchungszurückhaltung tatsächlich auf die Kapazitätsauslastung ausgewirkt hat.

Gesenkte Prognose bleibt maßgeblich

Bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal im Mai hatte die Konzernführung eine bereits im April gesenkte EBIT-Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 bestätigt – eine Spanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Zu diesem Zeitpunkt war knapp die Hälfte der Sommerkapazitäten noch nicht verkauft, was die aktuellen Berichte über schleppende Buchungen in einem größeren Zusammenhang erscheinen lässt. Der bevorstehende Quartalsbericht wird zeigen, ob sich diese Lücke geschlossen hat oder ob die geopolitischen Spannungen zusätzlichen Druck auf die Auslastung ausüben.

Zur Einordnung: Der Konzern hatte im Dezember für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/25 noch ein Rekord-EBIT von 1,46 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 24,2 Milliarden Euro gemeldet. Auch der Auftakt ins laufende Geschäftsjahr fiel stark aus: Im Februar hatte TUI für das erste Quartal ein um 51,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro gestiegenes bereinigtes EBIT vermeldet und im selben Zuge die erste Dividende seit Beginn der Pandemie angekündigt, 0,10 Euro je Aktie. Die nun gesenkte Jahresprognose markiert damit einen Bruch mit dem starken Jahresstart.

Vertrauenssignale aus dem Vorstand liegen einige Monate zurück

Im Februar hatten Vorstandschef Sebastian Ebel sowie die Vorstandsmitglieder Mathias Kiep, Sybille Reiß und David Schelp nach vorangegangenen Kursrücksetzern eigene Aktienanteile erworben – ein Vertrauenssignal, das seinerzeit mit der Anhebung des Ratingausblicks durch Moody’s zusammenfiel. Die Ratingagentur hatte den Ausblick für das mit „Ba3“ bewertete Kreditrating der TUI AG damals von „stabil“ auf „positiv“ angehoben. Beide Ereignisse liegen inzwischen mehrere Monate zurück und sagen wenig über die aktuelle Geschäftsentwicklung aus, verdeutlichen aber, dass der Konzern bilanziell zuletzt auf solidem Fundament stand.

Charttechnisch bleibt die Aktie trotz der jüngsten Erholung angeschlagen: Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro beträgt noch immer 27,83 Prozent. Ob der Ausbruch über die 100-Tage-Linie tragfähig ist, dürfte sich spätestens mit den Zahlen zum dritten Quartal am 12. August entscheiden – dann zeigt sich, wie stark die Buchungszurückhaltung das Sommergeschäft tatsächlich getroffen hat.

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