Ukraine zu Nord Stream: Staatliche Stellen nicht verwickelt
Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 15:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Ermittlungen liefen aber weiter, und man arbeite dabei mit den zustÀndigen Stellen in Deutschland zusammen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. "Die Ukraine ist bereit, zur AufklÀrung aller tatsÀchlichen UmstÀnde beizutragen", hieà es.
In Deutschland wurde Anfang Juli bekannt, dass Anklage gegen den inhaftierten ukrainischen Ex-Soldaten Serhij K. erhoben worden ist. Die Bundesanwaltschaft hĂ€lt ihn fĂŒr den Organisator der Sprengungen, die im September 2022 am Boden der Ostsee die zwei Erdgasleitungen zwischen Russland und Deutschland auĂer Gefecht setzten. Die Eröffnung eines Prozesses steht noch aus.
Die in Hamburg erhobene Anklage bedeute keinen Schuldspruch, schrieb die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft. Ihre eigenen Ermittlungen in Sachen Nord Stream 1 und 2 begrĂŒndete die Behörde nicht mit dem Verfahren in Deutschland, sondern mit Nachforschungen in allen FĂ€llen, die möglicherweise ein russisches Kriegsverbrechen darstellen.
Deutschland vermutet Sabotage in fremdem Auftrag
PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj Ă€uĂerte sich bei einem Besuch in Dublin auf Nachfrage nicht zu der Anklage. Die deutschen Behörden gehen davon aus, dass die Sabotage im Auftrag eines fremden Staates erfolgte. 2022 war Serhij K. noch aktiver Soldat. Der Bundesgerichtshof sieht ihn aber nicht als Kombattanten, der ein legitimes militĂ€risches Ziel angegriffen habe und deshalb straffrei sei.
